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Sonntag, 4.7.2010

Praktika: Alles ist neu, jeder fremd

Der Weg in die Redaktionen führt meist über Praktika. Tipps für diese wichtigen Stationen gab es für die Fachgruppe Junge unter dem Motto „Praktikumsknigge“ Anfang Juni im PresseClub München. Diskutiert wurde mit dem Münchner Merkur Lokalchef Mike Schier und Martin Langeder, Redakteur bei megaherz film und fernsehen.

Von Nina Zeller
Foto: Christian Pfaffinger
Sie haben sehr unterschiedliche Wege hinter sich: Mike Schier (l.) und Martin Langeder
Sie haben sehr unterschiedliche Wege hinter sich: Mike Schier (l.) und Martin Langeder

Verschiedener könnten sie nicht sein, die Praktikumserfahrungen der beiden Referenten. Während Mike Schier gerade mal ein Praktikum absolvierte, versuchte sich Martin Langeder neun Mal in der Journalistenwelt, bevor er eine Festanstellung annahm. Doch beide haben ihren Platz in der Medienwelt gefunden und sind sich einig: Wer Engagement sowie Eigenständigkeit zeigt, vor Arbeit nicht zurückschreckt, offen, teamfähig und verlässlich ist, der macht seinen Weg als Redakteur.

„Ich wollte während meiner Studienzeit viel ausprobieren“, erklärt Langeder. „Jeder sollte so viele Erfahrungen machen, wie er für richtig hält, um zu wissen: das will ich später machen.“
Mike Schier verbrachte seine komplette Laufbahn beim Münchner Merkur. Heute ist er Lokalchef. Täglich wuseln bis zu drei Praktikanten in seinem Ressort herum, jede Woche treffen mehrere Bewerbungen ein. Worauf kommt es an? „Ich lege sehr viel Wert auf das Anschreiben, Zeugnisse und Arbeitsproben überfliege ich meist nur.“ Und im Bewerbungsgespräch? „Hier sollte man Fragen stellen und nicht nur antworten“, meint Schier. „Wer nichts zu sagen hat, wie soll aus dem einmal ein guter Journalist werden?“
Steht man am ersten Tag im Büro des Praktikumsanbieters, heißt es: „Sich souverän vorstellen, die neuen Kollegen grüßen, offen sein, sich versuchen, ins Team zu integrieren und Fragen stellen, wenn einmal etwas unklar ist“, so Schier. Nichts sei so schlimm wie neue Praktikanten, die still an ihrem Platz sitzen. „Man muss zeigen, dass man arbeiten will, immer hilfsbereit sein.“ Außerdem sei ein guter Draht zur Sekretärin wichtig, genauso wie freundliches und souveränes Telefonieren. Martin Langeder stimmt zu: „Präsenz zeigen ist enorm wichtig, ruhig mal länger nach Redaktionsschluss bleiben und in jedem Fall: Mut zur Arbeit.“

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