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Montag, 12.4.2010

Kostenfreie Bücher – ein gutes Geschäft?

Interview mit Bernd Sonneck von der UVK Verlagsgesellschaft.

München - Interview mit Bernd Sonneck, verantwortlich für Kommunikation und Neue Medien bei der UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz, die auch zahlreiche praktische Handbücher für Journalisten verlegt. Dieser Beitrag erscheint ergänzend zur Netzschau "Neue Modelle braucht der Journalismus!" im BJV Report 2/2010.

180 Bücher will UVK im Laufe dieses Jahres zur kostenfreien Volltextsuche und zum Lesen auf der Plattform PaperC bereitstellen. Was verspricht sich UVK von diesem Modell?

Wir sammeln mit PaperC Erfahrung, insbesondere, wie Online-Publikationen in Konkurrenz zu gedruckten Büchern treten und wie sie deren Absatz fördern. Bis zum Sommer 2010 werden wir eine erste Auswertung machen.

Leser profitieren sicherlich von PaperC, aber stellt es für Ihren Verlag nicht ein Risiko dar?

Die Chancen überwiegen die Risiken. Wir überlassen es den LeserInnen, wie sie UVK-Bücher lesen wollen, ob gedruckt, ob online oder offline. Wir glauben daran, dass das Angebot von digitalen Büchern den Verkauf von gedruckten Büchern fördert. Die Geschäftsführerin von Amazon Europe sprach auf der Frankfurter Buchmesse 2008 davon, dass die Umsätze mit gedruckten Büchern von US-Verlagen, die auch E-Books anbieten, um durchschnittlich neun Prozent angestiegen seien. Unser allererster Versuch im Sommer 2009 mit dem Buch Humboldts Albtraum. Der Bologna-Prozess und seine Folgen von Franz Schultheis, Paul-Frantz Cousin, Marta Roca i Escoda (Hg.) auf der Plattform von LIBREKA scheint das jedenfalls zu bestätigen. Das Buch ist inzwischen auch bei PaperC erhältlich.

Ist diese Nutzung mit allen Autoren vereinbart, profitieren diese davon?

Titel, deren Autoren einer Online-Vermarktung widersprechen, werden auch für PaperC gesperrt. Alle anderen Autoren von PaperC-Titel werden im Folgejahr eine Honorarabrechnung erhalten, die neben den Verkäufen ihrer gedruckten Bücher auch Verkäufe der Plattform PaperC berücksichtigt. Unsere aktuellen Autorenverträge umfassen die Vermarktung von E-Books, die aufwändige Rückversicherung bei den Autoren ist damit nicht mehr nötig.

Werden nur Bücher, die 2009 und früher veröffentlicht wurden, bei PaperC eingestellt?

Nein, wir veröffentlichen auch aktuelle Neuerscheinungen, sofern sie für das studentische Publikum interessant sind. Darunter sind in erster Linie Wissenschaftstitel, aber auch Praxistitel mit Ratgebercharakter wie beispielsweise Handbücher der Reihe "Praktischer Journalismus". Wir entscheiden dabei individuell. Bände der Reihe "Wegweiser Journalismus" mit knappem Umfang und niedrigem Ladenpreis veröffentlichen wir auf PaperC vorläufig nicht. Wir bereiten einen verlagseigenen Webshop mit abgestuften Seitenpreisen für E-Books vor. Ohne Erfahrungen mit eigenen Preismodellen werden wir "preissensible" Bücher auf der Vermarktungsplattform von PaperC noch nicht anbieten.

Das Gespräch führte Thomas Mrazek.

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