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Schnappschuss-Glück reicht nicht
Bad Kissingen - Vor Auswüchsen beim Einsatz von "Leserreportern" und "Leserfotografen" hat der BJV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Stöckel bei der Eröffnung der Ausstellung "Pressefoto Bayern" in Bad Kissingen gewarnt. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, als könnten "Bürgerjournalisten" professionelle Arbeit in den Medien ersetzen, sagte Stöckel vor den Gästen der Eröffnungsveranstaltung im Museum Obere Saline, dem ehemaligen Feriendomizil des Reichskanzlers von Bismarck.
Stöckel bezeichnete es als grundsätzlich begrüßenswert,
"dass Zeitungen zur Blattbindung Leser zu Wort kommen lassen".
Völlig inakzeptabel sei es aber Fälle, in denen Lesern gezielt
journalistische Aufgaben übertragen werden: "Für das, was wir
unter Qualitätsjournalismus verstehen, haben sie weder die
Ausbildung, noch unterliegen sie den ethischen Grundsätzen
unseres Berufes".
Als "Schlag ins Gesicht der Pressefotografen" wertete der
BJV-Vorsitzende die Aktion der "Bild"-Zeitung, die für
Leser-Schnappschüsse bis zu 2.000 Euro bietet, "während sich
Foto-Profis überall in Deutschland vielfach mit
Hungerhonoraren begnügen müssen".
"Pressefoto Bayern", ist auf der letzten Station der diesjährigen Ausstellungstour noch bis zum 19. November in Bad Kissingen zu sehen. Die Ergebnisse des BJV-Wettbewerbs zeigen nach den Worten Stöckels, dass zu herausragender Pressefotografie mehr gehört als Schnappschuss-Glück.
