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Donnerstag, 28.9.2006

Schnappschuss-Glück reicht nicht

Stöckel warnt vor Amateur-Auswüchsen in der Pressefotografie- Letzte Station von "Pressefoto Bayern 2005" in Bad Kissingen
Foto: Thomas Mäuser
Foto: Thomas Mäuser

Bad Kissingen - Vor Auswüchsen beim Einsatz von "Leserreportern" und "Leserfotografen" hat der BJV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Stöckel bei der Eröffnung der Ausstellung "Pressefoto Bayern" in Bad Kissingen gewarnt. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, als könnten "Bürgerjournalisten" professionelle Arbeit in den Medien ersetzen, sagte Stöckel vor den Gästen der Eröffnungsveranstaltung im Museum Obere Saline, dem ehemaligen Feriendomizil des Reichskanzlers von Bismarck.

Stöckel bezeichnete es als grundsätzlich begrüßenswert, "dass Zeitungen zur Blattbindung Leser zu Wort kommen lassen". Völlig inakzeptabel sei es aber Fälle, in denen Lesern gezielt journalistische Aufgaben übertragen werden: "Für das, was wir unter Qualitätsjournalismus verstehen, haben sie weder die Ausbildung, noch unterliegen sie den ethischen Grundsätzen unseres Berufes".
Als "Schlag ins Gesicht der Pressefotografen" wertete der BJV-Vorsitzende die Aktion der "Bild"-Zeitung, die für Leser-Schnappschüsse bis zu 2.000 Euro bietet, "während sich Foto-Profis überall in Deutschland vielfach mit Hungerhonoraren  begnügen müssen".

"Pressefoto Bayern", ist auf der letzten Station der diesjährigen Ausstellungstour noch bis zum 19. November in Bad Kissingen zu sehen. Die Ergebnisse des BJV-Wettbewerbs zeigen nach den Worten Stöckels, dass zu herausragender Pressefotografie mehr gehört als Schnappschuss-Glück.


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