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Zwischen Gewitterfronten und Rasenmäh-Roboter-Test
Text und Foto: Wolfgang M. Seemann
links Antenne-Chefredakteur Detlef KuschkaOft sind es weniger die harten Facts als vielmehr die kleinen bunten aber bewegenden Geschichten, die die journalistische Arbeit in der Redaktion bestimmen. Dennoch wird bei Antenne Bayern journalistisch hochprofessionell gearbeitet. Dass der landesweite bayerische Privatsender mit seinem Konzept erfolgreich ist, davon konnten sich am Donnerstag, 22. Juli, gut 20 Kolleginnen und Kollegen des Bayerischen Journalisten-Verbandes BJV bei einem Redaktionsbesuch im Ismaninger Funkhaus überzeugen. Zu der Exkursion eingeladen hatte Bernhard Münkel, Sprecher der BJV-Fachgruppe Freie Jounalisten.
Es war einer dieser eher Nachrichten-armen Tage und so bestimmte neben Wolfgang Leikermosers „Rasenmäh-Roboter im Praxistest“ vorwiegend die heranahende Gewitterfront die redaktionelle Arbeit der Ismaninger Privatfunker. „Wir wissen, für wen wir senden“, erklärte Antenne-Chefredakteur Detlef Kuschka den Gästen des BJV. Der Hörer schalte Antenne Bayern vor allem wegen der Musik ein, so Kuschka. Bei einem höheren Wortanteil und einer differenzierteren Musikrotation hätte man schnell einige Hunderttausend Hörer weniger.
Dennoch wollten die Bürger natürlich auch über das Tagesgeschehen informiert werden, weiß Kuschka. Auf dem Weg zum Badeweiher aber möchten die Wenigsten ein breit angelegtes Essay über den Sinn und Nutzen der Atomenergie hören. Kuschka: „Wir müssen gegebenenalls auch einmal den Bürgerkrieg in Nordirland in 30 Sekunden erklären. Und wenn uns das gelingt, dann haben wir auch journalistisch einen guten Job gemacht“.
Bei einer Führung durch das Funkhaus hatten die BJV-Kolleginnen und –Kollegen auch die Gelegenheit, die Vermarktungdstochter des Senders, die SpotCom kennen zulernen, ebenso wie die Stiftung „Antenne Bayern hilft“. Bettina Volmerhaus vom Hörerservice stellte dabei detailliert vor, wie die Mitarbeiter die vielen telefonischen Anfragen und E-Mails bearbeiten und die Kontakte zu den Hörern pflegen. Hörerbindung ist das Erfolgsrezept des Ismaninger Musikdampfers, der seit dem 5. September 1988 auf Sendung ist und sich trotz geringer Verluste bei der jüngsten Reichweitenmessung – der „ma Radio 2010 II“ – mit 1.139.000 Hörern in Durchschnittsstunde zu Recht als „Deutschlands erfolgreichsten privaten Einzelsender“ promotet. Rund 120 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt Antenne Bayern in Ismaning und den fünf Korrespondentenplätzen in Bamberg, Heimertingen, Nürnberg, Regensburg und Würzburg.
Wie es gemacht wird, dass Antenne Bayern so klingt, wie man es aus dem Radio kennt, konnte man schließlich Live Im Sendestudio miterleben. Moderator Paul Johannes Baumgartner fuhr den den Muskmix, frozzelte locker mit seinen Kollegen von der Wetter- und Verkehrsredaktion und beantwortete zwischendurch ganz souverän die vielen Fragen der Besucher. Ein interessanter und aufschlussreicher Nachmittag!

