Die Verlagsleitung der Fränkischen Landeszeitung hat in der Samstagsausgabe der Neustädter Ausgabe ihrer Zeitung auf die massiven Proteste von Mitarbeitern, Lesern, Kommunalpolitikern, Interessenvertretern und Gewerkschaften reagiert. In einer Anzeige richten sich die Geschäftsführer an ihre Leser und ziehen die Initiativen zum Erhalt von Arbeitsplätzen und zur Sicherung der journalistischen Qualität in den Schmutz. Eine Begründung für die Standort-Schließung bleiben die Verleger indes schuldig.
In der Anzeige steht: "Lassen sie sich nicht
einspannen für dubiose Ziele. Wir alle dürfen in einer
funktionierenden Demokratie leben und brauchen keine
sozialistische Republik und keinen
Gewerkschaftsstaat.“
Der BJV hält den Kampf für den
Erhalt von Arbeitsplätzen weder für dubios noch für
sozialistisch. Ferner ist Qualitätsjournalismus eine tragende
Säule einer funktionierenden Demokratie und ebenfalls kein
dubioses Ziel. Dieser Verantwortung sollte sich ein Verleger
bewusst sein und seine unternehmerischen Entscheidungen danach
ausrichten.
In der Anzeige steht: „Viel Wirbel in den
Gebieten Scheinfeld und Uffenheim macht zurzeit die
„Konzertierte Aktion“ einer Partei im Schulterschluss mit
Gewerkschaften. Es wird gearbeitet mit nicht belegbaren
Behauptungen und Unterstellungen. Falschgeleiteter Ehrgeiz
und teilweise auch böser Wille verbinden sich hier zu einer
Allianz, die vieles im Sinn haben mag, nur nicht das Wohl und
die Stärkung der betreffenden Region. Dieser Kampagne wird
von uns entschieden entgegengetreten.“
Der BJV kämpft gegen die
Schließung der Außenredaktionen in Uffenheim und Scheinfeld,
mit der auch Kündigungen verbunden sind. Dies bestätigt der
Verlag selbst am Beginn des Anzeigentextes. Der Rückzug aus
einer Region ist keine „Stärkung der betreffenden Region“,
wie es im Anzeigentext heißt, sondern eine erhebliche
Schwächung. Die Verlagsleitung versichert zwar stets, dass
die journalistische Qualität auch in der Region erhalten
bleibt. Wie dies aber mit weniger Außenredaktionen,
Redakteuren und Mitarbeitern möglich sein soll, wurde bis
heute nicht dargelegt. Ein Konzept fehlt nach wie
vor.
In der Anzeige steht: „Den drei
Redakteuren konnten keine Arbeitsplätze an anderen Standorten
zugewiesen werden. Für den schmerzlichen Verlust ihrer
Arbeitsplätze wurden ihnen äußerst großzügige,
sozialverträgliche Abfindungen angeboten, weit über den Sätzen
der üblichen arbeitsgesetzlichen
Rechtssprechung.“
Der
BJV beurteilt die Abfindungen als üblich und
nicht als „äußerst großzügig“. Es handelt sich dabei weniger um
freiwillige Angebote der Arbeitgeberseite, sondern um das
Ergebnis harter Verhandlungen. Die Redakteure haben noch nicht
unterzeichnet. Bei den Betroffenen handelt es sich in allen
drei Fällen um Familienväter, deren Existenz in der
strukturschwachen Region massiv bedroht wird. Keine noch so
hohe Abfindung kann den Verlust des Arbeitsplatzes
kompensieren.
Der BJV fordert die
Verlagsleitung auf, eine sachliche und konstruktive
Diskussion zu führen, anstatt unpassende Schlagwörter wie
„sozialistische Republik“ und „Gewerkschaftsstaat“ zu
bemühen. Über das Schicksal der betroffenen Mitarbeiter der
Fränkischen Landeszeitung sollte mit der gebotenen
Professionalität verhandelt werden, anstatt der Initiative
zum Erhalt der FLZ-Standorte Scheinfeld und Uffenheim „bösen
Wille“ zu unterstellen.
Kontakt
Bayerischer Journalisten-Verband e.
V.
Bernd Aumiller
Referent für Kommunikation
Seidlstr. 8
80335 München
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