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Pressemitteilungen

Montag, 14.6.2010

Die Unabhängigkeit des Journalismus muss gewahrt bleiben

Der Bayerische Journalistentag in Füssen verabschiedet eine Resolution zur Krise der Medien.
München / Füssen – Zentrales Thema der Mitgliederversammlung des Bayerischen Journalisten-Verbandes am 12. Juni 2010 im Festspielhaus Füssen war die Bedrohung des unabhängigen Journalismus durch die angespannte wirtschaftliche Situation in Medienunternehmen. In der „Füssener Erklärung“ richtet sich der BJV an den Gesetzgeber und fordert Rahmenbedingungen, die sich nicht ausschließlich am wirtschaftlichen Erfolg von Verlagshäusern orientieren. Direkte Transferzahlungen des Staates an Medienunternehmen bezeichnet der BJV hierbei als „ultima ratio“, da die Unabhängigkeit des Journalismus unbedingt gewahrt bleiben muss.
In der Resolution wird ferner ein stärkerer Schutz der Kreativen durch das Urheberrecht gefordert. Die wirtschaftliche Übermacht der Vermarkter erschwert es den Journalisten, die die kreative Leistung erbringen, zunehmend, ihr Urheberrecht auszuüben. Jede Nutzung, auch die in digitalen Netzen, müsse angemessen vergütet werden.
Gerade in Zeiten, in denen Verlage unter massivem wirtschaftlichem Druck stehen, kommt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine herausragende Rolle zu. Der BJV fordert in seiner Resolution, dass weder europäische Gesetzgebung noch die Neugestaltung der Gebühren-Finanzierung diese Position schwächen dürfen.
Abschließend wird in der „Füssener Erklärung“ betont, dass soziale Netzwerke die Funktion des Qualitätsjournalismus, der nach den Regeln des Pressekodex agiert, nicht ersetzen können.
 
Weiter wendet sich der BJV gegen den ausufernden Missbrauch von Leiharbeit in Verlagen. Ein entsprechender Antrag spricht sich gegen firmeninterne Leiharbeit und für eine zeitliche Beschränkung aus. Die Bundesregierung wird aufgefordert, durch eine Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes dem Missbrauchentgegenzutreten.
 
Auch Prof. Dr. Thomas Hanitzsch vom Institut für Kommunikationswissenschaften und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians Universität in München gab mit seinem Vortrag „Wie unfrei ist der Journalismus in Deutschland? Ein Blick über die Grenzen“ interessante Impulse für die Debatte. Im weltweiten Vergleich sind die Arbeitsbedingungen für Journalisten hierzulande zwar gut, doch die Konjunkturausschläge und Renditevorgaben der Medienunternehmen beeinflussen die tägliche Arbeit doch stärker, als dies die vergleichende Journalismus-Forschung herausarbeiten kann.
 
 
Kontakt
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Bernd Aumiller
Referent für Kommunikation
Seidlstr. 8 80335 München
www.bjv.de

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