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Pressemitteilungen

Dienstag, 10.2.2009

Verantwortung der Verleger gegenüber den Redakteuren zeigt sich in der Krise

BJV: Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten trägt der Arbeitgeber eine hohe Verantwortung gegenüber seinen Arbeitnehmern. Jetzt zeigt sich, wer bereit ist, diese Verantwortung anzunehmen, um mit seinen Mitarbeitern die Zukunft zu planen.
München - Auf der Pressekonferenz des Bayerischen Journalisten-Verbandes sprach sich der Vorsitzende Dr. Wolfgang Stöckel vehement gegen das unangemessene Verhalten einiger Verlage aus, die in jüngerer Vergangenheit mit übertriebenen personellen Maßnahmen der Krise begegnen wollten.
                         
Passauer Neue Presse: Zunächst werden plötzlich und völlig überraschend Redakteurinnen und Redakteure der Lokalredaktion am 26. November 2008 entlassen. Es konnten zwar mittlerweile für die Betroffenen akzeptable Lösungen gefunden werden, derzeit läuft jedoch die zweite Kündigungswelle, nachdem vor ca. 2 Wochen der Chefredakteur Hans Schregelmann gehen musste. Gestern wurde bekannt, dass insgesamt 20 Redakteurinnen und Redakteure entlassen werden. Es trifft vor allem die Redaktionen des Landkreises Passau und Außenstellen in Pocking, Vilshofen und Freyung.
 
Nordbayerischer Kurier: Die Geschäftsleitung erläuterte am 14.11.2008 der Belegschaft warum gravierende Einsparmaßnahmen notwendig sind, obwohl die Zeitung Gewinn macht. Mittlerweile haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit erklärt, auf das 13. und 14. Monatsgehalt zu verzichten, um den Verlag, der keinerlei Rücklagen mehr hat, zu retten. Die Verleger wurden ihrerseits verpflichtet binnen zwei Jahren entsprechende Rücklagen zu schaffen.
 
Abendzeitung München: 44 Entlassungen, überwiegend aus dem Verlagsbereich, hatte die Abendzeitung zu verkraften. Außerdem wurde im Herbst 2008 bekannt, dass der Verlag mit Wirkung zum 01.01.2008 die Tarifbindung aufgab. Zu diesem Schritt habe es, so Geschäftsführer Ulrich Buser, keine Alternative gegeben, um der schwierigen wirtschaftlichen Situation Herr zu werden, (im Vergleich zum dritten Quartal 2007 verlor die Abendzeitung 14,15 % Auflage). Der BJV und ver.di forderten die Geschäftsleitung zur zügigen Aufnahme von Haustarifgesprächen auf.
 
Gruner + Jahr München, auch hier rigorose Maßnahmen: Sämtliche Mitarbeiter der Wirtschaftstitel Börse Online, Impulse, Capital und FTD erhielten eine betriebsbedingte Kündigung. Damit wurden 110 Mitarbeiter entlassen, 46 davon am Standort München. Eine neue Gruner + Jahr Wirtschaft Medien GmbH wurde in Hamburg gegründet, dort können sich, zu selbstverständlich schlechteren Konditionen, die bisherigen Mitarbeiter bewerben. Eine Tarifbindung ist nicht mehr vorgesehen. Der BJV berät den Betriebsrat und die Mitglieder bei Börse Online. Bernd Buchholz, Nachfolger von Bernd Kundrun als Chef bei Gruner + Jahr hatte auf Kritik des Betriebsrates reagiert. Der Umzug, die Einrichtung einer Zentralredaktion und der Personalabbau seien „unverändert richtig“. Es handle sich dabei um eine „alternativlose Weichenstellung“. Die Betriebsratsvorsitzenden aus München und Köln, u. a. BJV-Mitglied Markus Schäfers, hatten in einem Brief an Bertelsmann Vorstandschef Hartmut Ostrowski und die G + J Geschäftsleitung die geplante Fusion stark kritisiert. Selbstverständlich werden betroffene Mitglieder vom BJV juristisch betreut.
 
Süddeutsche Zeitung: Die erste ordentliche Betriebsversammlung im neuen Verlagsgebäude wurde aus aktuellem Anlass zur außerordentlichen Betriebsversammlung, da die Geschäftsleitung wenige Tage zuvor dem Betriebsrat mitteilte, 10 Kündigungen in der Abteilung „Neue Produkte“ durchführen zu müssen, ein weiterer Arbeitsplatz entfällt, da ein befristeter Vertrag nicht verlängert wird. Außerdem wurde die Redaktion unterrichtet, dass massive Einsparmaßnahmen notwendig seien. Trotz Nachfragen äußerte sich der Geschäftsführer weder zum notwendigen finanziellen Einsparvolumen noch zum Zeitraum, in dem diese Einsparmaßnahmen greifen müssen.
 
w&v: Beim Europa-Fachpresse-Verlag (w&v und Kontakter) müssen 13 – Redakteure und Verlagskräfte - von etwa 100 Mitarbeitern gehen. Immer geringere Anzeigen führten dazu, dass der Verlag rote Zahlen schreibt.
 
Augsburger Allgemeine Zeitung: Zum 1.1.2009 wurden Redakteurinnen und Redakteure, die zuvor in der konzerneigenen Leiharbeits-Agentur angestellt waren, ins Stammhaus zurückgeholt. Damit kehrte sich der Verlag vom verhängnisvollen Weg der Tarifflucht ab.
 
Nürnberger Nachrichten: Keine Kündigungen gab es bei den Nürnberger Nachrichten, obwohl dort ein Newsdesk geschaffen wurde, um die Arbeitsabläufe zu optimieren.
 
Der BJV befürchtet für 2009 weitere Entlassungen in den Verlagen und wird sich für die Interessen und Rechte seiner Mitglieder mit aller Kraft einsetzen. Dabei geht es neben der Sicherung von Arbeitsplätzen auch um die Gewährleistung von journalistischer Qualität. Beide Aspekte sind für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie von großer Bedeutung.
 
 
 
Kontakt
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Bernd Aumiller, Referent für Kommunikation
Seidlstr. 8
80335 München
www.bjv.de

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