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Pressemitteilungen

Donnerstag, 17.9.2009

BJV verurteilt Vorzensurbedingungen auf dem Oktoberfest

Veranstalter wollen kein Abbild der Realität in den Medien finden und greifen massiv in die Bildberichterstattung ein. Fotografen und Kamera-leute werden zu Erfüllungsgehilfen der PR-Abteilungen degradiert.
München - Pressefotografen und Fernsehteams werden dieses Jahr massiv an der Ausübung ihres Berufes gehindert. Dabei arbeiten das Münchener Tourismusamt und einige Festzeltbetreiber mit einer ganz ähnlichen Zielsetzung: Vom Oktoberfest sollen keine Fotos oder Filme von Betrunkenen oder von Besucherinnen, die ihre T-Shirts hochziehen, in den Medien erscheinen.
 
Die Pressestelle des Hofbräuhauses lässt sich bereits im Vorfeld bei der Akkreditierung per Unterschrift zusichern, dass weder Betrunkene noch Busen abgelichtet werden. Meist werden die Fotografen im Zelt von Sicherheitskräften oder von einem Mitarbeiter der Presseabteilung begleitet. Auch andere Zeltbetreiber versuchen zunehmend in diese Richtung Einfluss zu nehmen und berufen sich dabei auf ihr Hausrecht.
 
Das Münchener Tourismusamt forderte TV-Filmteams auf, täglich eine Liste der geplanten Themen zusammen mit den Akkreditierungsunterlagen abzugeben. Danach entscheidet das Amt über die Erteilung einer Drehgenehmigung, die in mindestens einem Fall ohne ersichtlichen Grund tatsächlich verweigert wurde.
 
Dr. Wolfgang Stöckel, Vorsitzender des BJV, kommentiert das Verhalten mit klaren Worten: „Das Oktoberfest ist nicht nur heile Welt. Die Berichterstattung über das Großereignis ist von öffentlichem Interesse. Die Vorzensurmaßnahmen belegen,
dass  das Recht auf uneingeschränkte Berichterstattung auf dem Altar des Kommerzes geopfert wird. “
 
 
 
 
Kontakt
Bernd Aumiller
Bayerischer Journalisten-Verband e. V.
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80335 München
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