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Freitag, 29.1.2010
Funkhaus Nürnberg fordert 10% Lohnverzicht
Die Geschäftsführung des Funkhauses Nürnberg hat sich Ende November 2009 an die Belegschaft und den Betriebsrat gewandt und diese aufgefordert, in Verhandlungen über eine 10%ige Lohnkürzung einzutreten. Sollte der Betriebsrat hierzu nicht bereit sein, müsste auf anderem Wege eingespart werden. Zwar wird von der Geschäftsleitung geleugnet, alternativ mit Kündigungen gedroht zu haben, zugegeben wurde allerdings, dass so etwas natürlich im Raum stehe.
Nachdem der Betriebsrat jegliche Verhandlung zur
Lohnkürzung abgelehnt hat, kam es zu einem ersten
Sondierungsgespräch zwischen BJV und ver.di am 27.01.2009 in
Nürnberg. Die Geschäftsleitung äußerte, dass auf Grund der
Steuererleichterung die Lohnkürzung netto geringer ausfalle.
Dies heißt nichts anderes, als dass die Steuererleichterungen
von den ArbeitnehmerInnen an den Arbeitgeber weitergereicht
werden müssen. Die Geschäftsführung wollte nur eine
Beschäftigungssicherung für die nächsten 12 Monate
zusichern.
Grund für die geforderte Maßnahme ist der Rückgang der
Werbeerlöse. Im vergangen Geschäftsjahr hat das Funkhaus Ende
2008 nur knapp 3000,- € Verlust gemacht. Die Geschäftsleitung
will bereits jetzt mögliche weitere Werbeeinbrüche
kompensieren. Die Gewerkschaften sehen keinen Spielraum für
eine derartige Lohnkürzung. Sie bedeutet nichts anderes, als
dass die Bruttovergütung unter das Niveau von 2002
zurückfällt. Nach 6 Jahren Lohneinbußen gelang es den
Gewerkschaften 2008, eine Lohnerhöhung von 4,1 % durchsetzen.
Die angekündigte Lohnkürzung würde dies
zunichte-machen.
Auf der anschließenden Mitgliederversammlung von ver.di
und BJV lehnten nach intensiver Diskussion die Anwesenden
einstimmig die Lohnkürzung ab. Sie forderten die
Gewerkschaften auf, die Forderung nach einem Haustarifvertrag
zu erneuern und gleichzeitig an die tarifpolitische
Verant-wortung der Gesellschafter, Nürnberger
Nachrichten, Abendzeitung, Müller Medien und Hubert Burda Media
zu appellieren. Laut Geschäftsführung
lehnen diese grundsätzlich einen Tarifvertrag
ab. Die von den Arbeitgebern angedachte Lösung der
Tolerierung einer Betriebsvereinbarung „Lohnkürzung“ durch
die Gewerkschaften wurde abgelehnt.
AnsprechpartnerIn:
Jörg
Reichel(Gewerkschaftssekretär)
ver.di Bayern, Fachgruppe Medien
Tel.: 0160-90177966
Frauke Ancker
(Geschäftsführerin)
Bayerischer Journalistenverband (BJV)
Tel.: 089-5450418-0
