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Pressemitteilungen

Montag, 9.6.2008

Bayerischer Journalisten-Verband bekennt sich zum Qualitätsanspruch im Journalismus und verwahrt sich gegen das geplante Versammlungsrecht und das Spitzelverhalten Deutscher Unternehmen

Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) hielt seine jährliche Mitgliederversammlung am Wochenende in Schweinfurt ab. Als Gastredner konnte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos begrüßt werden. Ein hochrangig besetztes Podium mit Staatsminister Eberhard Sinner, dem Landtagsabgeordneten Prof. Hans Gerhard Stockinger, Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Dr. Holger Paesler, Geschäftsführer im Verband Bayerischer Zeitungsverleger, diskutierte über „Qualität im Journalismus – Innere Pressefreiheit unter ökonomischem Druck“.
München / Schweinfurt - Mit der so genannten „Schweinfurter Erklärung“ reagierte der BJV auf die anhaltende Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Medienschaffende in Deutschland. Mit einem klaren Nein zu Leiharbeit und Outsourcing fordert der BJV von den Verlegern Tariftreue. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Freien muss verbessert werden, um Qualität und Unabhängigkeit garantieren zu können. Der BJV fordert die Medienpolitik auf, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Realisierung der Pressefreiheit von den Ausschlägen der Konjunktur unabhängig ist. Medienunternehmen werden aufgefordert, zusammen mit dem BJV gemeinsame Interessen auszuloten und Gespräche zu führen, die über Tarifrunden hinausgehen.
 
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos betonte in seiner Gastrede vor den versammelten Journalisten des BJV, dass die Politik auf Berichterstattung in den Medien angewiesen ist. Aber auch eine umgekehrte Abhängigkeit bestehe, wenn Journalisten über Politiker berichten.
 
Das vom BJV-Vorsitzenden Dr. Wolfgang Stöckel moderierte Podium zeigte bei allen Schwierigkeiten einen Grundkonsens: Ohne Qualität in der Berichterstattung kann weder unsere Demokratie noch unsere Gesellschaft funktionieren. Staatsminister Eberhard Sinner bekannte sich ausdrücklich zur Qualitätsinitiative des BJV und sah es als eine zentrale Aufgabe des Verbandes, diese Qualität auch in Zukunft zu sichern. Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen wies auf die Verantwortung der Medienunternehmen hin: Nur wer heute in die Ausbildung von Journalisten investiert, kann in Zukunft Qualität liefern. Viele Arbeitgeber agieren hier mit einer zu kurzfristigen Strategie.
 
Für Überraschung bei den Anwesenden und bei der Schweinfurter Bevölkerung sorgte eine spontane Demonstration gegen das geplante Bayerische Versammlungsrecht. Der BJV sieht in dem Gesetzentwurf eine nicht hinnehmbare Einschränkung der Versammlungsfreiheit und forderte deshalb die Tagungsteilnehmer zu einem Protestmarsch durch die Fußgängerzone auf. Dieses klare „Nein“ des BJV zum Verfassungsbruch sorgte für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff.
 
Der BJV verabschiedete eine Resolution gegen die Überwachung von Journalisten: Die Mitglieder des Bayerischen Journalisten-Verbandes sind empört über die Bespitzelung von Journalisten durch Unternehmen wie Telekom. Das Vorgehen der Telekom ist ein Angriff auf die vom Gesetzgeber garantierte Pressefreiheit. Der BJV fordert die Telekom auf, die Vorfälle restlos aufzuklären.  
 
 
 
 
Kontakt
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Tel.: 089 – 54 504 18 - 23
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