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Freitag, 21.11.2008
Sparkurs bei der Süddeutschen Zeitung und bei Gruner + Jahr vernichtet journalistische Arbeitsplätze
Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) verurteilt entschieden die in dieser Woche verkündeten Sparmaßnahmen bei der Süddeutschen Zeitung und bei Gruner + Jahr. Der BJV fordert die Bayerische Staatsregierung auf, geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze, zum Erhalt der Qualität im Journalismus und zur Stärkung des Medienstandortes Bayern und München zu ergreifen.
Gruner + Jahr teilte mit, dass die Redaktionen von Börse Online (München) und von Impulse und Capital (beide Köln) geschlossen werden. 110 Mitarbeiter werden betriebsbedingt gekündigt und dürfen sich in der neuen Zentralredaktion in Hamburg bewerben. Der Medienkonzern Bertelsmann hält 75 Prozent an Gruner + Jahr und hat sich offensichtlich vom ehemaligen Bekenntnis zur sozialen Verantwortung verabschiedet.
Die Geschäftsleitung der Süddeutschen Zeitung kündigte
ebenfalls drastische Sparmaßnahmen an, nannte jedoch noch
keine konkreten Zahlen. Die SZ Belegschaft ist seither stark
verunsichert.
In beiden Fällen wurde durch die Geschäftsleitung
beteuert, dass durch den Sparkurs keine Verschlechterung der
Qualität verursacht würde. Diese Beschwichtigung bezeichnete
BJV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Stöckel als „absurd“. „Sich
verschlechternde Arbeitsbedingungen schlugen stets merklich
auf die Qualität durch,“ meinte Stöckel.
Stöckel fordert die Bayerische Staatsregierung auf,
gegen die geplanten Maßnahmen Stellung zu beziehen und die
Verantwortlichen zu einem Umdenken zu bewegen.
Wirtschaftsminister Martin Zeil und Medienminister Siegfried
Schneider stehen in der Pflicht, durch geeignete Maßnahmen
für den Erhalt des Medienstandortes München und Bayern zu
kämpfen.
Kontakt
Bayerischer Journalisten-Verband e. V.
Bernd Aumiller, Referent für
Kommunikation
Seidlstr. 8
80335 München
www.bjv.de
