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Pressemitteilungen

Donnerstag, 3.7.2008

FC Bayern München schränkt die Freiheit der Berichterstattung massiv ein

Der Bayerische Journalisten-Verband protestiert entschieden gegen die Regulierungswut des FCB und den damit verbundenen Versuch, die Presse zu steuern
München - Der FC Bayern informierte auf einer Pressekonferenz am 2.7.2008 über die neuen Regeln für Journalisten im Umgang mit dem Fußballverein.
 
Künftig müssen sich alle Medienvertreter für die tägliche Pressekonferenz einen Tag vorher akkreditieren. Der FC Bayern erhält dadurch ein Instrumentarium, um auf die Berichterstattung mittelbar Einfluss zu nehmen. Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) befürchtet, dass künftig Journalisten, die kritisch über den Verein berichten, keine Akkreditierung erhalten. Der BJV sähe darin eine massive Einschränkung der Pressefreiheit.
 
Fotos dürfen während der täglichen Pressekonferenz nicht gemacht werden. Ist der Trainer des FC Bayern Jürgen Klinsmann bei der Pressekonferenz dabei, dürfen Fotos von ihm nur in den ersten drei Minuten geschossen werden. Der BJV sieht auch darin eine massive Einflussnahme und verurteilt die Regelung entschieden. Bei einem so starken Steuerungswillen stellt sich die Frage, ob es sich noch um eine Pressekonferenz handelt oder schon um eine Inszenierung. Laut BJV-Vorsitzendem Dr. Wolfgang Stöckel war die gestrige Boykottaktion der Fotografen die einzig richtige Reaktion. Nachdem auf der Pressekonferenz vom Mittwoch dieser Woche die Neuregelung bekannt gegeben wurde, verließen die anwesenden Bildjournalisten demonstrativ die Veranstaltung.
 
Eine weitere Regel betrifft Tage mit nicht öffentlichem Training. Hier gibt es TV-Bilder und Interviews ausschließlich auf FCB TV. Der clubeigene Sender wird weltweit über das Internet verbreitet. Aus Sicht des BJV kann es sich bei dieser hauseigenen Hofberichterstattung in keiner Weise um unabhängigen und kritischen Journalismus handeln.
 
Dr. Wolfgang Stöckel hat kein Verständnis für das neue Regelwerk: „Jürgen Klinsmann will beim FCB offensichtlich amerikanische Verhältnisse einführen. Dem Verein fehlt jegliches Bewusstsein dafür, wie stark der sportliche und wirtschaftliche Erfolg der AG vom öffentlichen Interesse abhängt. Nur eine kritische und kontroverse Berichterstattung kann hier dem Informationsanspruch des Publikums gerecht werden.“
 
Kontakt
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Bernd Aumiller, Referent für Kommunikation
Seidlstr. 8
80335 München
www.bjv.de

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