Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) begrüßt die Entscheidung der Augsburger Allgemeinen, ihre konzerneigene Leiharbeits-Agentur zu schließen und ihre Redakteure im Leiharbeiter-Status zum 1. Januar 2009 wieder ins Stammunternehmen zurückzuholen. Erstmals kehrt sich damit ein großes deutsches Zeitungshaus von einem verhängnisvollen Weg der Tarifflucht ab. Der BJV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Stöckel appelliert an alle anderen Verlagshäuser, die ebenfalls ihre Redakteure aus der Tarifbindung genommen haben, sich am Vorbild der Augsburger Allgemeinen zu orientieren, zumal deren Geschäftsführer Andreas Scherer der Vorsitzende des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger ist.
Bayerns größte Journalisten-Organisation erwartet
darüber hinaus, dass nicht nur für die Redakteure, sondern auch
für die anderen ausgegliederten Unternehmensbereiche die
Tarifbindung wieder hergestellt wird. Die Leiharbeiter der
konzerneigenen Personalagentur mussten erhebliche Einbußen beim
Einkommen und eine längere Wochenarbeitszeit
hinnehmen.
Der BJV sieht mit Freude, dass mit dem Kurswechsel bei
der Augsburger Allgemeinen Rücksicht auf die Stimmung in der
Belegschaft genommen wurde. Eine Umfrage des Betriebsrats hatte
vor kurzem ergeben, dass Leiharbeit für die Kollegen eine der
größten Belastungen darstellt. Chefredakteur Rainer Bonhorst
räumte ein, dass es wegen der unterschiedlichen Behandlung
große Unzufriedenheit unter den Redakteurinnen und Redakteuren
gegeben habe.
Unverständlich bleibt, warum die Leiharbeitsredakteure
der Augsburger Allgemeinen noch fünf Monate warten müssen,
ehe sie wieder ins tarifgebundene Stammunternehmen
zurückkehren.
Kontakt
Bayerischer Journalisten-Verband e. V.
Bernd Aumiller
Referent für Kommunikation
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