Bayerischer Journalisten-Verband e.V.

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Geschichte


2. Februar 1946

Gründung des Bayerischen Journalisten-Verbandes (BJV) - damals „Verband der Berufsjournalisten in Bayern" (VBB) - durch die erste Hauptversammlung des Verbandes. Dr. Otto Groth wird mehrheitlich zum Vorstandsvorsitzenden erklärt, übergibt sein Amt jedoch schon drei Monate später an Walther de Bouché. Auf diesen folgt 1948 Joseph Ackermann.

 
1946 - 1950
Die ersten Jahre des VBB stehen ganz im Zeichen der materiellen Unterstützung der Journalisten und des Aufbaus einer demokratischen Presse. Ein Anschluss an andere Gewerkschaften wird als nicht notwendig empfunden, da ein bundesweiter Zusammenschluss der verschiedenen Journalistenverbände in Aussicht steht.
Am 10. Dezember 1949 wird der "Deutsche Journalisten-Verband" (DJV) gegründet.
 
1951 - 1976
Die ersten Tarifverhandlungen führen 1951 zum erfolgreichen Abschluss eines Tarifvertrages für Redakteure an Tageszeitungen.
Im gleichen Jahr wird Dr. Ernst Müller-Meiningen jr. Vorstandsvorsitzender und bleibt es für die nächsten 20 Jahre. 1971 wird er von Franz Schönhuber abgelöst, der das Amt 6 Jahre lang bekleidet. 1974 erfolgt die Einigung auf den ersten Manteltarifvertrag für Redakteure an Zeitschriften. Erneute Tarifgespräche mit dem "Bundesverband Druck" im Jahr 1976 scheitern.
 
1977 - 1989
1977 übernimmt Dr. Erich Geiersberger das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Angesichts der Schulden, die der Verband hat, setzt dieser eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge durch. Er strebt eine solidere Mitgliederbetreuung an, um so mehr Mitglieder für den Verband zu gewinnen. Tatsächlich verdreifacht sich die Zahl der Mitglieder während seiner Amtszeit.
In den Jahren vor 1984 führen die IG Druck und Papier, die Rundfunk-Fernseh-Film-Union (RFFU) und der DJV Verhandlungen um einen Zusammenschluss zu einer großen Mediengewerkschaft im DGB. Bei vielen Mitgliedern des DJV, vor allem aber beim BJV, stößt diese Aussicht auf starken Widerwillen. Eine Mediengewerkschaft innerhalb des DGB, so die Befürchtung des BJV, könnte die Journalisten in ihrer Freiheit einengen. Dem bayerischen Landesverband gelingt es schließlich die Mehrheit zu überzeugen, den DJV als selbständige Organisation zu erhalten.
Im April 1988 wird in München die Akademie der Bayerischen Presse (ABP) gegründet. Ihr Ziel ist die Aus- und Fortbildung von Journalisten. Der BJV ist zusammen mit dem Verband Bayerischer Zeitungsverleger und dem Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern einer von drei Trägerverbänden der Akademie.
 
1990 - 2001
Nach diesen Ereignissen erlebt der BJV einige ruhigere Jahre bis zu den Tarifverhandlungen 1990. Im Laufe des Monats Mai sehen sich die Redakteure und Journalisten von mehr als 130 Tageszeitungen genötigt, zu streiken, um ihre Interessen durchzusetzen. Der BJV und die IG Medien arbeiten bei den langwierigen Verhandlungen eng zusammen. Der Einsatz zahlt sich schließlich aus: Man einigt sich auf einen Manteltarifvertrag, einen Gehaltstarifvertrag und einen Ausbildungstarif.
Im Februar 1992 tritt Dr. Erich Geiersberger nach erfolgreicher 15jähriger Amtszeit zurück. Nach einem Interimsjahr wird Dr. Wolfgang Stöckel 1993 zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er ruft zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der journalistischen Ethik auf und führt den Journalisten den Verantwortungsgehalt ihres Berufes wiederholt vor Augen. Unter seiner Führung verdoppelt der BJV noch einmal die Zahl seiner Mitglieder.
1997 gibt es neue Spannungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden, als die Verleger die Tarifverträge kündigen. Es folgen wieder Streiks, doch der BJV und die IG Medien befinden sich diesmal in der Defensive. Nach anstrengenden Verhandlungen wird ein bestmögliches Resultat erreicht.
Seit 2000 findet alljährlich der Wettbewerb PRESSEFOTO BAYERN mit großer Resonanz statt.
 
2001 - 2006
Die terroristischen Anschläge auf New York und Washington vom 11. September 2001 stellen auch den BJV vor neue Aufgaben. Die Attentate haben die politische Lage nachhaltig verändert und auch auf den Journalismus Auswirkungen. Immer öfter werden Gesetzesvorschläge eingereicht, die mit Berufung auf den Schutz vor Terrorismus auch die Pressefreiheit massiv einschränken.
Im Jahr 2004 finden die größten Streiks der Tageszeitungsredakteure seit 1990 statt. Ziel ist die Verhinderung von Verlängerung der Arbeitszeiten bis hin zur Kürzung des Urlaubes und der Urlaubsgelder.
Im gleichen Jahr muss der Entwurf eines neuen Polizeiaufgabengesetzes des Bayerischen Innenministeriums überarbeitet werden, nachdem der BJV erfolgreich intervenierte. Das Gesetz hätte das Abhören von Telefon, Handy, Fax, SMS und E-Mailverkehr vorbeugend ermöglicht.
 
2006 - 2011
Die Krise der Medien bringt Verschiebungen für die Verbandsarbeit. Immer weniger Mitglieder haben eine Festanstellung, immer mehr arbeiten als Freiberufler. Immer mehr Verlage scheren aus der Tarifbindung aus, das Durchschnittseinkommen von Journalisten sinkt. Die Entwicklung der elektronischen Medien bringt Diskussionen um ein neues Leistungsschutzrecht für Verlage und eine Neuordnung der Urheberrechte mit sich. Die Innenministerkonferenz steigt aus der Vereinbarung über den Presseausweis aus, was die schleichende Abwertung des Berufsstandes zur Folge hat. Die zunehmende Bedeutung der Aus- und Weiterbildung insbesondere für Freie Journalisten führt zur Aufwertung des Sozialwerks zu einem Bildungs- und Sozialwerk. Die Pressebälle werden aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
Der Bayerische Journalisten-Verband wird auch in Zukunft wachsam bleiben, um die Pressefreiheit vor allzu starken politischen Einflüssen zu bewahren.
  
 
Jahr
Mitgliederzahl
1946
146
1947
449
1949
725
1966
1176
1976
1637
1977
1664
1978
1758
1979
1866
1980
2003
1981
2122
1982
2207
1984
2346
1985
2539
1987
2839
1988
3355
1989
3618
1990
3863
1991
4025
1995
4375
1997
5346
2001
7957
2005
8900
2010
8600
 
 
 
Vorsitzende des BJV:
1946
Dr. Otto Groth
1946-1948
Walther de Bouché
1948-1951
Joseph Ackermann
1951-1971
Dr. Ernst Müller-Meiningen jr.
1971-1977
Franz Schönhuber
1977-1992
Dr. Erich Geiersberger
seit 1993
Dr. Wolfgang Stöckel



 

 
Geschäftsführer des BJV:
1946-1948
Josef Oberhuber
1948-1961
Dr. Justus von Stackelberg
1961-1975
Hans Badewitz
1975 - 2010
Frauke Ancker
seit 2010
Jutta Müller



 

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