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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger überreichte die Siegerurkunde an Rüdiger Baumann, links im Bild Michael Busch
Foto: Silvio Wyszengrad

BJV-Pressemitteilung

BR-Redakteur Rüdiger Baumann gewinnt BJV-Preis zum Tag der Pressefreiheit 2016

Ein Sonderpreis geht an das Team „Investigative Recherche“ der SZ

München, 03.05.2016

Rüdiger Baumann, Redakteur im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks (BR), ist Sieger beim BJV-Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit. Die Jury kürte den TV-Beitrag „Türkei: Erdogans Anschlag auf die Pressefreiheit“ (Video, 5:58 Min.), den der Journalist aus Erlangen gemeinsam mit dem ARD-Studio Istanbul produziert hat. Darin dokumentiert er an Beispielen, wie türkische Journalisten immer mehr in ihrer Arbeit eingeschränkt werden. Der Film wurde erstmals am 13. März 2016 im SWR/ARD-Europamagazin ausgestrahlt.

„Rüdiger Baumann beschreibt eindrucksvoll und auf bedrückende Weise, wie die Türkei Journalisten in die Nähe des Terrorismus rückt und wie mit diesem Vorwurf die Pressefreiheit nahezu gänzlich ausgehebelt wird. Ein Vorgehen, das leider auch bei anderen Regierungen und Ländern Schule macht,“ begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Auszeichnung sei ausdrücklich auch dem Team des BR/ARD-Studios in Istanbul mit Ralph Bemmann, Bozkurt Tuncar und Murat Yücalar gewidmet.

Das Preisgeld von 500 Euro überreichte der BJV-Vorsitzende Michael Busch am Internationalen Tag der Pressefreiheit im Großen Sitzungssaal des Bayerischen Rundfunks an Baumann, der für BR und ARD bereits aus unterschiedlichen Krisengebieten der Welt berichtet hat.  

„Beklemmendes Bild der Angst“
Zweiter Sieger ist Tilmann Kleinjung, Hörfunk-Korrespondent im BR/ARD-Studio Rom. In seinem Beitrag „Leben mit Begleitschutz: Journalisten werden von der Mafia bedroht“ (Audio, 4:22 Min.) beschreibt er, wie Journalisten, die in Italien über die Mafia berichten, unter Gefahren arbeiten und um ihr Leben fürchten müssen. Der Kommentar der Jury dazu: „Mafia in Italien, im Grunde mitten in Europa – der Beitrag lässt ein beklemmendes Bild der Angst entstehen. Er dokumentiert, dass die Pressefreiheit in Europa nicht nur durch Regierungen, sondern auch durch Gruppierungen wie die Mafia beschnitten und sogar das Leben von Journalisten bedroht wird.“ Als Anerkennung für seinen ausgezeichneten Beitrag erhielt der BR-Redakteur ein Preisgeld von 250 Euro.

Den dritten Platz vergab die Jury an den Karikaturisten Kostas Koufogiorgos aus Stuttgart, der für mehrere große deutsche Tageszeitungen arbeitet. Seine Karikatur „Flucht aus der Türkei“ zeigt zwei Männer, die in weiß-roten Rettungs-Schwimmreifen stecken und auf dem Wasser zwischen den Küsten der Türkei und Griechenland schwimmen. „Flüchtling aus Syrien?“, fragt der eine. „Nee … Journalist aus der Türkei“, antwortet der andere.

„Das brisante Thema ist auf einen Blick zu erfassen. Die Themen Pressefreiheit, Journalismus und die EU-Problematik werden prägnant erfasst. Und wir lernen: Wenn jemand die Pressefreiheit sucht, dann schwimmt er nach Europa“, begründen die Juroren ihre Entscheidung. Das Preisgeld für den dritten Preis betrug 100 Euro.

Sonderpreis für „Panama Papers“
Einen Sonderpreis hat die Jury dem Ressort Investigative Recherche der Süddeutschen Zeitung für dessen vorbildliche Arbeit an den „Panama Papers“ vergeben. Die gravierte Glasfigur nahm Bastian Obermayer stellvertretend für das Team entgegen.

Lobende Erwähnung für Studierende der UniBW München
Die Studierenden der Universität der Bundeswehr München erhielten für ihre Fotoserie „Taskforce Pressefreiheit“ eine lobende Erwähnung. Michael Busch betonte, dass die Idee der Medienstudenten ausgesprochen gut gewesen sei.

Eingereicht werden konnten beim BJV-Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit journalistische Arbeiten aller Art (Texte, Fotos, audiovisuelle Beiträge, Karikaturen), die sich herausragend mit dem Wert der Pressefreiheit für eine freie demokratische Gesellschaft auseinandergesetzt haben. Die Beiträge mussten in den letzten zwölf Monaten entstanden sein.

Der BJV-Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit soll auch im Jahr 2017 fortgesetzt werden. Im Anschluss an die Preisverleihung fand eine gemeinsame Podiumsdiskussion von BJV und PresseClub München zum Thema „Journalisten in Warschau, Budapest und Ankara unter Druck – steht die Pressefreiheit vor dem Aus?“ statt. Die Teilnehmer dieser Diskussion überreichten die Urkunden an die Sieger.

Kontakt

Maria Goblirsch
Telefon 0171 6876973
presse@bjv.de

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