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Anfang März meldete die "AZ" Insolvenz an
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Eberhard Wolf

Pressemitteilung

Abendzeitung München ist insolvent

Das Erscheinen des Traditionsblattes ist für die nächsten Wochen gesichert

München, 05.03.2014

Die Eigentümer der Abendzeitung (AZ) München, die Familie Friedmann, hat sich nach den hohen Verlusten der letzten Jahre nicht mehr in der Lage gesehen, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. Wie die Mitarbeiter heute in einer Versammlung erfuhren, hat der Geschäftsführer des Traditionsblattes am Mittwochvormittag beim Amtsgericht München Antrag auf Insolvenz gestellt.

Das Erscheinen der Abendzeitung soll für die nächsten Wochen gesichert sein. Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Münchner Redaktion tätig. Dazu kommen freie Mitarbeiter, deren Zukunft ebenso ungewiss ist.

Die Geschäftsführung bedauert, Insolvenz beantragen zu müssen, auch da sich zum Beispiel bei der notwendigen Verzahnung von Print und Online durchaus Erfolge abgezeichnet hätten. Nun wird ein Investor gesucht, der die Abendzeitung übernehmen und das Erscheinen des traditionellen Titels sichern kann.

"Wir hoffen, dass ein Weg gefunden wird, das Traditionsblatt weiterzuführen und appellieren an die Geschäftsführung, eine Lösung zu finden, die auch den Mitarbeitern der AZ München gerecht wird", erklärt BJV-Geschäftsführerin Jutta Müller. Diese Kolleginnen und Kollegen hätten großes Engagement gezeigt, als es in der Vergangenheit darum ging, die Abendzeitung zu erhalten. Nun gelte es, möglichst viele Stellen zu erhalten und für die anderen Mitarbeiter eine ausreichende Absicherung über einen Sozialplan zu ermöglichen.

Dem heutigen Insolvenzantrag waren vergebliche Rettungsversuche vorausgegangen. Wie der Insolvenzverwalter, der Münchner Rechtsanwalt Axel W. Bierbach aus der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach und Kollegen in einer Pressemeldung mitteilte, hätten sich die Verluste der AZ seit 2001 auf rund 70 Millionen Euro summiert. Das Jahr 2013 hatte mit einem Minus von rund zehn Millionen Euro geendet, auch für 2014 sei nach zwei rückläufigen Monaten keine Besserung in Sicht gewesen.

Zuvor sei bereits mit dem Gebäude in der Münchner Sendlinger Straße, der AZ Nürnberg und dem Frankenreport sowie der Beteiligung am Funkhaus Nürnberg, Radio Gong und der mbt das „Tafelsilber" veräußert und zusätzlich mehrere Millionen Euro bar eingelegt worden, um die entstandenen Defizite aufzufangen.

Im September 2012 war das Aus für die Nürnberger Abendzeitung, dem einstigen Schwesterblatt der Münchner AZ, gekommen. Damals hatte sich AZ-Chefredakteur Arno Makowsky noch optimistisch für sein Blatt geäußert: „Wir sind mit der Münchner AZ auf gutem Weg", hatte er damals betont.

Betroffene Mitglieder können sich bei der BJV-Rechtsberatung melden.

Kontakt
Maria Goblirsch
presse@bjv.de
Telefon 0171 6876973

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