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„Internet ist kein Massenmedium“
Referentin Elke Löw (Foto: Martin Schmitz)München - Internet sei kein Massenmedium, so Löw, die meisten Deutschen nutzten das Netz vor allem für den E-Mail-Verkehr und zum Buchen von Reisen. Die virtuelle Welt "Second Life", derzeit in aller Munde, hätten die allermeisten Deutschen noch nicht "echt" angesehen, erklärte Löw und zitierte eine Studie, laut derer von 6.000 repräsentativ Befragten noch kein Einziger sich ins "Second Live" geklickt hatte. Auch was die Verdienstmöglichkeiten für die Zeitungen im Internet angehe, sei die Situation keineswegs aussichtslos. Die Anzeigenmärkte kämen z. B. vom Internet wieder zurück in die Zeitungen.
These: Jede Menge neue Berufe durch das Internet
Auch für Journalisten sei das Internet eher Jobmaschine als Bedrohung, denn "user generated content" höre sich als Schlagwort gut an, doch wer solle denn diese ganzen Artikel und Inhalte selektieren und bewerten wenn nicht Journalisten?
Glaubwürdigkeitsverlust
Ein zunehmendes Problem sei allerdings die Qualität der im Internet geschriebenen Texte und der zunehmende Glaubwürdigkeitsverlust journalistischer Arbeit durch das Internet. Während klassische Journalisten noch gelernt hätten, mindestens durch zwei Quellen zu verifizieren, könne man heute Quellen hundertfach finden. Das Problem sei jedoch, sie seien lediglich multipliziert und bezögen sich alle auf dieselbe Urquelle.
Lebhafte Diskussion auf Leserreporter-Einschätzung
Die viel gescholtenen Leserreporter sah Löw nicht als Problem: "Nur wenn wir bei Ausbildung und Qualität im Journalismus nicht aufpassen, müssen wir uns vor den Leserreportern fürchten. Und nur dann." Da sah sie sich allerdings nicht im Gleichklang mit den meisten Besuchern der Veranstaltung. Die Diskussion, die sich daraufhin entwickelte, war lebhaft. Rolf Henkel merkte an, dass die Prämien der Leserreporter, die teilweise 500 Euro für ein Bild bekämen, die Honorare der Foto-Profis bei Zeitungen geradezu lächerlich machten. Die Idee aber sei eine geniale Marketingaktion. BJV-Geschäftsführerin Frauke Ancker konnte da noch einen drauf setzen: Ein ganzer Berufsstand käme durch die Leserreporter in Bedrängnis, die teilweise Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behinderten und eine härtere Gangart der Gerichte im Bezug auf die Privatsphäre Prominenter provozierten, wie durch das Caroline-Urteil geschehen.
Bericht: Volker Sagstetter

