BR Tarif 2026
Ein erstes mageres Angebot
Streikkundgebung 2022 vor dem Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München.
Am 24.04.2026 trafen sich die Gewerkschaftsvertreter von BJV, unisono und ver.di zum Verhandlungsauftakt mit der Verhandlungsdelegation des BR unter dem Vorsitz der Intendantin Dr. Katja Wildermuth.
Nachdem die Gewerkschaften ihre Forderungen vorgestellt und erläutert hatten, legte der BR folgendes erstes Angebot vor.
- Laufzeit 35 Monate bis zum 31.12.2028
- Erhöhung der Gehälter und der effektiv gezahlten Honorare zum 01.07.2026 um 1,23 %,
- eine weitere Erhöhung zum 01.06.2027 um 1,5 % (oder nur um 1%, wenn bis dahin keine Beitragserhöhung erfolgt),
- eine weitere Erhöhung um 1,5 % zum 01.04.2028 (oder nur um 1%, wenn bis dahin keine Beitragserhöhung erfolgt)
Der BR kann sich zudem ein "Nachwuchs Paket" vorstellen, das eine überproportionale Erhöhung der Gehälter von Dual Studierenden und Azubis um ca. 3 % zum 01.07.2026 vorsieht.
Noch nicht näher ausformuliert, aber als Themen platziert, hat der BR einen erhöhten Kantinenzuschuss für Lernende sowie eine Anhebung des Mobilitätszuschusses von 40 € auf 43 € als Deutschlandticket (steuerfrei) oder wahlweise als Mobilitätspauschale (nicht steuerfrei). Der BR plant zudem, Wohnungen für Azubis und Volos aus dem vorhandenen Immobilien-Bestand in Freimann als WGs anzubieten - allerdings ohne tarifliche Verpflichtung. Denkbar sei auch weiterhin die Eingruppierung in höhere Gehaltsstufen nach der Ausbildung.
Insgesamt hat der BR angekündigt, das Thema Mobilität und Job neu denken zu wollen. Hier sei etwa ein Zuschuss zum Deutschlandticket vorstellbar.
Im Gegenzug fordert der BR die erneute Verlängerung der 6-Jahres-Befristungen und die grundsätzliche Möglichkeit, Mitarbeitende in bestimmten Fällen ARD-weit einsetzen zu können.
Den Klangkörpern wurde zugesichert, über eine Anhebung der Höhe des Instrumentengeldes, Kleidergeldes, Rohr-/Blattgeldes und Mundstückgeldes zu sprechen.
Insgesamt bleibt der BR jedoch mit seinem Angebot weit hinter unseren Forderungen und Erwartungen zurück. Enttäuschend ist insbesondere, dass der BR eine Anhebung der Rentenbeiträge für Freie in dieser Tarifrunde nicht vorsieht - obwohl er die drohende Altersarmut für diese Mitarbeitenden grundsätzlich als Problem anerkennt.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 22.Mai geplant.
Vorab werden wir euch noch ausführlicher über die heutige Verhandlung berichten.
Eure Verhandlungsdelegation von BJV, ver.di und unisono
Unsere Forderungen in der Tarifrunde 2026 an den Bayerischen Rundfunk:
Für die Festangestellten fordern wir eine
- Erhöhung der Gehälter in einem Gesamtvolumen von 7 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
- Finanzierung eines Deutschlandtickets / Möglichkeit eines Jobrads
Für die Freien Mitarbeiter*innen fordern wir
- Erhöhung der effektiv gezahlten Honorare, Lizenzen, Gagen sowie Vertragspauschalen um 7 % und eine ebensolche Erhöhung der Mindest- und Höchsthonorare des Honorarrahmens bei einer Laufzeit von 12 Monaten
- Weitergehende Unterstützung der Altersvorsorge fester Freier mittels höherer Beiträge des Bayerischen Rundfunks.
- Strukturelle Verbesserungen hinsichtlich Ausfallzeiten aus bestimmten Gründen, wie Elternzeit, Pflegezeit, (Langzeit-)Erkrankungen.
- Finanzierung eines Deutschlandtickets / Möglichkeit eines Jobrads
- Einführung von METIS (Meldesystem für Texte auf Internetseiten) Zählpixeln zur Erfassung von Onlinetexten (VG Wort)
Für die Volontär*innen fordern wir eine
- Erhöhung der Vergütung um 7 %, mindestens aber 250 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten
- Finanzierung eines Deutschlandtickets / Möglichkeit eines Jobrads