Pressefoto Bayern
„Pressefotos verleihen Ereignissen ein Gesicht“
Bericht von
Maria Goblirsch
Der Vorsitzende des BJV Bezirksverbands Franken-Nordbayern Hans von Draminski (l.) und die Nürnberger Kulturbürgermeisterin Prof. Julia Lehner (2.vl.) eröffneten die Ausstellung.
Bereits zum 18. Mal gastiert die Ausstellung Pressefoto Bayern in Nürnberg.
Im Februar 2025 steuerte ein Mann in der Münchner Innenstadt ein Auto gezielt in einen gewerkschaftlichen Demonstrationszug. Zwei Menschen starben, 44 Personen wurden dabei teils schwer verletzt. Der Bildjournalist Thomas Vonier fotografierte für sz-photo den Tatort. Diese Aufnahme, mit der er die Kategorie Tagesaktualität beim Wettbewerb Pressefoto Bayern 2025 gewann, ist zusammen mit rund 60 weiteren Pressefotos im Stadtmuseum im Fembo-Haus zu sehen. Der Fotograf war bei der Eröffnung der Ausstellung vor Ort.
Die Bilderschau wird bereits zum dritten Mal im Ausstellungsforum des Museums gezeigt. Das historische Fembohaus unterhalb der Nürnberger Burgberges ist ein elegantes Ausweichquartier während des drei Jahre dauernden Umbaus des Museums für Industriekultur. Dort war Pressefoto Bayern zuvor 14 Jahre lang auf dem Areal an der Äußeren Sulzbacher Straße zu Gast. Im kommenden Jahr soll die Renovierung abgeschlossen sein.
Bei der Eröffnung am Donnerstag, dem 22. Januar, dankte Museumsleiterin Dominika Kolodziej dem BJV dafür, dass Nürnberg und das Stadtmuseum im Fembohaus auch 2026 wieder Station der Wanderausstellung sein können. Sie erklärte, der Wettbewerb Pressefoto Bayern habe auch nach 26 Jahren nichts von seiner Bedeutung verloren. Er mache sichtbar, was Bildjournalist*innen Tag für Tag leisteten. „Sie schauen hin, sie halten fest, sie dokumentieren, sie stellen Fragen – und das alles oft unter schwierigen Bedingungen“, sagte die Kunsthistorikerin.
Nürnbergs Kulturbürgermeisterin Prof. Julia Lehner erklärte vor rund 50 Gästen, die Ausstellung zeige eindrucksvoll, was Pressefotografie leisten könne. „Sie verdichtet Wirklichkeit, macht gesellschaftliche Entwicklungen sichtbar und verleiht Ereignissen ein Gesicht“, sagte sie. Und sie setze ein wichtiges Signal in einer Zeit, „in der wir Tsunamigleich mit Bildern überspült werden und in der wir selbst oft nicht mehr unterscheiden können, was ,Fake‘ und was real ist“. Pressefotos dienten dem Erinnern, dem kollektiven Gedächtnis und das nicht nur im Moment, sondern auch morgen.
Für den BJV eröffnete Hans von Draminski, Vorsitzender des BJV-Bezirksverbandes Franken/Nordbayern und beschrieb in seiner Rede die Macht der Bilder. Der VNP-Redakteur warnte davor, wie Fotos unter anderem zu politischen Zwecken missbraucht werden könnten. Ein gutes Pressefoto spreche die Wahrheit und bilde die Wirklichkeit ab. Oft reiche ein einziges Bild ohne Text, um Missstände wie etwa das Sterben der Natur zu beschreiben. Das belege eindrucksvoll das Pressefoto des Jahres 2025 mit dem Titel „Lichtblick“. Die Aufnahme des AP-Fotografen Matthias Schrader zeigt den durch Borkenkäferbefall kahlen Wald im Harz, durch den ein Dampfzug fährt.
Die Ausstellung Pressefoto Bayern 2025 ist bis zum 22. Februar in Nürnberg zu sehen. Weitere Termine und Ausstellungsorte sind in Planung, Infos dazu und Sieger*innen und ihre Bilder finden Sie unter bjv.de/pressefoto.
Infos zur Ausstellung im Fembo-Haus Nürnberg finden Sie auf dessen Website hier.
Pressefoto Bayern 2025
01.12.2025
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