Mitglied werden

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Markenbildung und viele Social-Posts

11.09.2026
Artikel von
Wolfgang Heilig-Achneck

Inhaber Marco Walz erklärt den BJV-Kollegen die Technik des 90 Jahre alten Nostalgie-Karussells "Walzerfahrt", das zum Volksfest-Jubiläum in Nürnberg gastiert.

Eine Gruppe des BJV erfährt, wie Schausteller darum ringen, das Nürnberger Volksfest attraktiv zu halten.

Lange, bunte Fahnen wehen rund um den dicken Stadtmauerturm beim Nürnberger Hauptbahnhof, die Straßenbahnen rollen zum Jubiläum geschmückt mit Wimpeln durch die Stadt, und was es zu feiern gibt, zeigen große Plakate: 200 Jahre Herbstvolksfest im Herzen der Frankenmetropole.

Da drängt sich ein Besuch geradezu auf: Nur allzu gerne ließen sich Mitglieder der Fachgruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, des Bezirksverbandes Franken-Nordbayern und der Fachgruppe Bild des BJV, auch diesmal vermittelt von Volker Figura, zu einer Backstage-Tour zu Buden und Fahrgeschäften einladen. Auch um zu erkunden, wie sich das Nürnberger Fest vor der Kulisse der Kongresshalle auf dem einstigen NS-Reichsparteitagsgelände behauptet gegenüber dem Branchen-Riesen, also der Münchner Wiesn, aber auch gegenüber den gerade in Franken beliebten Traditions-Kirchweihen, sei es in Bamberg, Fürth oder Erlangen.

Volksfest Nürnberg: 200 Jahre Geschichte – zwei Millionen Gäste

Als Ursprung des Herbstvolksfestes gilt eine Volksbelustigung, die 1826 auch als Huldigung für den Bayernkönig Ludwig I angelegt war. Schon damals ging es auch um Politik: Der Wittelsbacher wollte gerne auch als Landesvater der Nürnberger und Franken wahrgenommen werden. Heute mögen alte Animositäten und Sticheleien zwischen Franken und (Alt-)Bayern zwar gelegentlich noch aufpoppen, aber ihre Volksfeste feiern die Nürnberger, ohne groß nach München zu schielen.

Den Vergleich brauchen die Franken aber nicht zu scheuen, meint Lorenz Kalb, der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands, der das Volksfest Nürnberg im Auftrag der Stadt Nürnberg veranstaltet: Mit rund 170 Betrieben auf dem Platz sei das Nürnberger Herbstvolksfest – nach der Wiesn – das zweitgrößte in Bayern. Ähnliches gelte für die Besucherzahlen: Rund zwei Millionen sind es in Nürnberg, in München zwar dreimal so viele, davon aber zwei Drittel Touristen. Das heißt: „Unterm Strich kommen jeweils etwa gleich viele einheimische Gäste – und das ist für uns das A und O“, so Kalb. Dabei setzen die Nürnberger gezielt und bewusst auf Familien als Hauptzielgruppe, weniger auf Eventtouristen. Und sind stolz auf viele Innovationen und Extras, die Schule gemacht haben, von Aktionen und Themenabenden über Familientage mit halben Preisen bis zum Aufwand für Sauberkeit und Sicherheit. 

Darauf setzt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Bayerns zweitgrößtes Volksfest

All das will kommuniziert werden – auf den klassischen Kanälen wie intensiv auch in den Sozialen Medien. „Außenwerbung mit Großplakaten in der gesamten Metropolregion hat für uns nach wie vor zentrale Bedeutung“, erläutert Jürgen Putzer, der Geschäftsführer des Schaustellerverbands. „Und zwar vor allem für die Bekanntheit und damit die Markenbildung.“ Und damit nicht nur zu Jubiläen. Das habe erst in jüngster Zeit eine Erhebung bestätigt. Daneben werde auch weiterhin Werbung in den tagesaktuellen Printmedien und diversen Magazinen geschaltet. „Auf diesen Wegen wahrgenommen zu werden, gehört nicht zuletzt zu unserer Lobbyarbeit“, so Putzer weiter. 

Das breite Publikum informiert sich indes längst weitgehend online darüber, was gerade jeweils auf dem Volksfest geboten ist. Und so spielt Social Media inzwischen eine überragende Rolle, Tendenz weiter zunehmend. Darum kümmert sich inzwischen eine eigene Social-Media-Mitarbeiterin in Vollzeit, Michaela Schott, unterstützt von den anderen MitarbeiterInnen beim Schaustellerverband, nicht zuletzt der Nürnberger Volksfestkönigin Lorena Hofmann. Einen festen Takt oder Rhythmus für die Posts gebe es indes nicht, erläutert Peter Budig, der für die klassische Pressearbeit und Kontaktpflege zu den Medien zuständig ist.

Social Media für das Volksfest Nürnberg: Millionenreichweite – und hoher Moderationsaufwand

Bespielt werden Instagram, Facebook und Tiktok - mit wichtigen Hinweisen, vor allem aber hübschen Szenen, Kuriosem, Lustigem und Anregendem. Die Häufigkeit richte sich nach Anlässen und Resonanz, im Schnitt gibt es täglich gut ein halbes Dutzend Posts. Auf den Social-Media-Kanälen registrierten die Schausteller bisher rund 6 Millionen Aufrufe - natürlich ist man damit sehr zufrieden. Größte Herausforderung ist dabei die permanente Überwachung der Kanäle. „Wir müssen leider immer wieder eingreifen und Reaktionen löschen, weil da so viel aufploppt, was einfach nicht akzeptabel ist“, bedauert Putzer. Trauriger Gipfel bisher: Rund eine halbe Million Mal wurde ein kleines Video aufgerufen, das zwei dafür engagierte Darstellerinnen auf einer Entdeckungstour zeigt. Doch nach teils unsäglichen Kommentaren musste es abgeschaltet werden. 

Die Standgebühren sind natürlich gestaffelt nach Größe des Geschäfts, aber auch nach Branchen und Einkommensmöglichkeiten: „Ein High-Tech-Gerät kostet zwar mehr, hat aber auch eine ganz andere Kapazität als beispielsweise ein Karussell“, erklärt Putzer. Im Detail will sich der Verband, der offiziell auch Veranstalter ist (und nicht die Kommune), allerdings nicht in die Karten schauen lassen. Nur so viel: Natürlich sei der Platz in Nürnberger günstiger als die Wiesn – ähnlich wie es auch beim Bierpreis der Fall sei.

Bayern
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landesverband Bayern

Weitere Artikel im BJV-Blog

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

06.10.2026

Freude am Erzählen: Wie BMW die „Neue Klasse“ ins Gespräch bringt

Wie technischer Wandel Auto und Kommunikation verändert, erlebten Kolleg*innen bei einem Besuch der BMW-Konzernzentrale

Mehr
Freie Journalist:innen
Freie Journalist:innen

22.09.2026

Gericht kassiert Klauseln für Freie bei der SZ

Der DJV und ver.di haben in erster Instanz einen Erfolg für freie Journalist:innen erzielt. Das Landgericht München I hat der Süddeutschen Zeitung GmbH untersagt, mehrere Klauseln aus ihren AGB für fr …

Mehr
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

11.09.2026

Markenbildung und viele Social-Posts

Eine Gruppe des BJV erfährt, wie Schausteller darum ringen, das Nürnberger Volksfest attraktiv zu halten.

Mehr
BJVreport
BJVreport

21.08.2026

Inklusion vor und hinter der Kamera

In der Fernsehredaktion von inclumedia und beim Magazin andererseits arbeiten Journalist*innen mit und ohne Behinderung eng zusammen.

Mehr
BJVreport
BJVreport

20.08.2026

„Eine Redaktion 95,5 Charivari gibt es nicht mehr!“

Rund 20 Mitarbeitenden wurde aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen gekündigt.

Mehr
BJVreport
BJVreport

19.08.2026

„Ich bin Journalistin, Moderatorin und Content Creatorin“

Carlott Bru über Social Media, Journalismus und die Frage, wie beides zusammenpasst

Mehr
Urheberrecht
Urheberrecht

18.08.2026

Fast jedes zweite Foto kommt von einer Agentur

Die Würzburger Main-Post ist Siegerin beim BJV-Check „Fotografen haben Namen“.

Mehr
BJVreport
BJVreport

17.08.2026

Eine Stimme aus der „Blackbox Russland“

Silke Bigalke, SZ-Korrespondentin in Moskau und Bayerns Journalistin des Jahres 2026, über die Arbeit von Journalist:innen in Russland.

Mehr
Kommentar
Kommentar

13.08.2026

Was die KI dem Journalismus übrig lässt

Schweizer Verlage produzieren reine KI-Texte und geben sie als Autorentexte aus, ihre selbst auferlegten KI-Regeln erlauben das. Auch der EU AI-Act erlaubt das Vorgehen. Wann zieht Deutschland nach?

Mehr
BJVreport
BJVreport

05.08.2026

Unterschätzte Gegenrede

Digitale Gewalt, Desinformation und Einschüchterung setzen Journa­list*innen zunehmend unter Druck. Projekte wie der Schutzkodex, der Hasskompass oder BetterPost sollen helfen.

Mehr
Rundfunk
Rundfunk

03.08.2026

Zwischen Erfolgsmodell und Existenznot

Die Fachgruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erhält Einblicke ins Funkhaus Nürnberg. Trotz stabiler Hörerschaft bedroht die Werbekrise die Lokalradios.

Mehr
BJVreport
BJVreport

16.07.2026

Zwischen Sparzwang und Aufbruch

Die Mitgliederversammlung des Bayerischen Journalisten-Verbands diskutiert über Defizite, die Zukunft des BJVreport und den Weg der Verbandskommunikation.

Mehr
BR Tarif 2026
BR Tarif 2026

16.07.2026

Tarifergebnis im BR - so sieht die Einigung aus

In der fünften Verhandlungsrunde am 15.07.2026 einigten sich die Verhandlungsdelegationen von unisono, ver.di und BJV mit dem BR auf ein Verhandlungsergebnis

Mehr
80 Jahre BJV
80 Jahre BJV

14.07.2026

Geburtstag mit Botschaft

Seit 80 Jahren erhebt der BJV seine Stimme für Pressefreiheit, faire Arbeitsbedingungen und einen starken Qualitätsjournalismus. Beim Festakt blickte man in die Geschichte und nach vorn.

Mehr
BR Tarif 2026
BR Tarif 2026

09.07.2026

Deutliche Bewegung auf beiden Seiten

Am 09.07.2026 trafen sich die Gewerkschaftsvertreter von BJV, unisono und ver.di zur vierten Verhandlungsrunde mit der Verhandlungsdelegation des Bayerischen Rundfunks.

Mehr
BJVreport
BJVreport

09.07.2026

Ein Koffer voller Bänder und viel Mut

Monica Faber hat mehr als 60 Jahre für Hörfunk, Film und Fernsehen gearbeitet. Mit 99 Jahren ist sie das älteste BJV-Mitglied.

Mehr
80 Jahre BJV
80 Jahre BJV

03.07.2026

Tombola für den guten Zweck

Gäste der BJV-Jubiläumsfeier können tolle Preise gewinnen – und unterstützen dabei das gemeinnützige Bildungs- und Sozialwerk des BJV.

Mehr
CSD München 2026
CSD München 2026

29.06.2026

Für Pressefreiheit, Vielfalt und Demokratie

Der Bayerische Journalisten-Verband nahm bereits zum dritten Mal an der Parade zum Christopher-Street-Day in München teil - der Hitzewelle begegnete man kreativ.

Mehr
BR Tarif 2026
BR Tarif 2026

17.06.2026

Streikaufruf 17.06.2026

Der BJV ruft vom Donnerstag, den 18.06.2026, von 03:30 Uhr bis Freitag, den 19.06.2026, 01:00 Uhr zum Warnstreik beim Bayerischen Rundfunk auf.

Mehr
BJVreport
BJVreport

15.06.2026

„Die Konkurrenz sitzt nicht in Deutschland“

Zu den Kommunalwahlen ging „17:30 Sat.1 Bayern“ fünf Stunden live – Chefredakteur Harry Klein holte sich dafür Unterstützung vom Merkur.

Mehr