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Europa braucht den freien Journalismus! Ralph Bauer (links) und Rainer Reichert vertraten fundiert diese Forderung
Foto: 
Petra Reith

Bezirksverband Mainfranken

„Europa braucht den freien Journalismus“

Bezirksverband Mainfranken spricht beim Europafest in Aschaffenburg über den Wert der Pressefreiheit

Aschaffenburg, 06.05.2019

An der Europäischen Union wird gern herumgemäkelt. Doch stimmt alles, was an Stammtischen, in Boulevardmedien und sozialen Netzwerken behauptet wird? Rainer Reichert der sich als Vorsitzender der Fachgruppe Europa bestens in der Materie „Europa“ auskennt, räumte in seiner Rede beim Europafest in Aschaffenburg mit manchem Vorurteil auf.

Publikum erreichte er damit reichlich, immerhin standen bei der Feier auch prominente Künstler wie Urban Priol, Georg Schramm, Luisa Neubauer oder Wilfried Schmickler auf der Bühne.

Der Bezirksverband Mainfranken des BJV hatte sich zudem mit einem Infostand an dem unterfränkischen Fest beteiligt, um – kurz nach dem „Tag der Pressefreiheit“ öffentlichkeitswirksam auf Probleme aufmerksam zu machen, mit denen Journalisten heute zu kämpfen haben.  „Zeigt mit Eurer Teilnahme, dass ein demokratisches Europa mit einer garantierten Pressefreiheit für uns unverzichtbar ist“, hatte der BJV seine Mitglieder zuvor aufgerufen.

Fakten versus „Fake News“
Fakt oder Fake? Mit dieser Frage konfrontierte Reichert die Europafestbesucher – und widerlegte zum Beispiel die Aussage zahlenkräftig, Brüssel sei ein Bürokratiemonster mit viel zu vielen Beamten. „Für die EU-Kommission arbeiten 32000 Menschen mit einem Aufgabenbereich, der 500 Millionen Menschen betrifft. Das sind weniger Mitarbeiter als in der Stadt München mit 38400 Menschen“, erklärte der Europavorsitzende.

Nehme man alle anderen EU-Institutionen dazu, seien es 55.000. Das seien 100 weniger, als das Saarland beschäftige – ein Bundesland, das etwas kleiner ist als Unterfranken. Und noch ein Vergleich: In Deutschland arbeiten 1,84 Millionen Beamte und 2,9 Millionen Angestellte im öffentlichen Dienst.

Auch den Spruch „Hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa“ griff Reichert zum Beispiel auf und entlarvte ihn als Fake. Der Altersdurchschnitt im EU-Parlament liegt bei 54 Jahren. Im Bayerischen Landtag im Vergleich bewegt er sich mit 52,2 Jahren nur knapp darunter.

Und Reicherts persönliche Erfahrung mit Europaabgeordneten? Diese seien in Fachfragen häufig besser aufgestellt als Mandatsträger in anderen Parlamenten, mit denen er zu tun habe.

„Europa braucht den freien Journalismus. Nicht nur als zuverlässige Kontrolle der Regierungsgewalt, sondern auch, damit wir mit vertrauenswürdigen Informationen die um sich greifende Desinformation bekämpfen können“, machte Reichert auf den Wert der Pressefreiheit aufmerksam.

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