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Sieg im Wolkenbruch
Foto: Heiko Trurnit

Pressefoto Bayern 2018

Jubel im Wolkenbruch

Zum 14. Mal gastiert Pressefoto Bayern am Münchner Flughafen

München, 19.05.2019

Die sechs Jungs können ihr Glück kaum fassen. Nach einem Wasserschlachtfinale und zahlreichen Qualifikationsturnieren haben die zehn- bis zwölfjährigen Kicker der Mannschaft von Rot-Weiss Essen im Juni 2018 den Welttitel gewonnen und jubeln ausgelassen. Dass es in Strömen regnet und die Trikots am Körper kleben, bemerken sie nicht.

Das Foto, das der Münchner Fotograf Heiko Trurnit beim Danone Nations Cup aufgenommen hat, ist nun gleich zwei Mal in der Bilderschau Pressefoto Bayern 2018 am Flughafen München zu sehen. Einmal gerahmt in der Kategorie Sport, ein weiteres Mal als Großaufnahme auf den Portalen der neu konzipierten Ausstellung.

Bereits zum 14. Mal gastiert Pressefoto Bayern in diesem Jahr im Terminal 2 des Münchner Flughafens, dieses Mal aber mit einer Premiere: Nur etwa 40 der 90 besten Pressefoto aus 2018 werden in Alurahmen ausgestellt, die übrigen Bilder sowie eine Sonderedition, die die Gesamtsieger aus 20 Jahren Wettbewerb zeigt, wurden digitalisiert und können auf Monitoren betrachtet werden.

Für sechs Wochen hat die Flughafen München GmbH eine bis Januar 2020 laufende Ausstellungsreihe von bayerndesign, dem Kompetenzzentrum für Gestaltung des Freistaats Bayern, unterbrochen, und präsentiert auf diesem Areal im Terminal 2, Ebene 04, südlicher Check-In-Bereich bis zum 30. Juni die besten Pressefotos aus dem Freistaat.

Der Flughafen – ein besonderer Ausstellungsort
Hans-Joachim Bues, Leiter der Unternehmenskommunikation, betonte in seiner Begrüßung am Donnerstag, der Münchner Airport sei mit 130.000 Passagieren pro Tag der ungewöhnlichste Ausstellungsort der Tour von Pressefoto Bayern.

Bei 45 Ausstellungstagen und 90.000 Fluggästen, die im Terminal 2 starteten oder landeten, hätten rund vier Millionen Besucher aus aller Welt die Chance, die Bilderschau zu sehen. Und in dieser Zahl seien die rund 35.000 Mitarbeiter des Airports, Abholer und Besucher noch nicht einmal eingerechnet.

Bues' Favoriten
Der gelernte Journalist verriet auch seine Favoriten unter den ausgestellten Fotos: Was ihn besonders beeindruckt, aber auch bedrückt habe, sei die im Konzentrationslager Auschwitz aufgenommene Fotoreportage „Aus der Todesfabrik“, mit der Stefan Gregor die Kategorie Serie gewonnen hat.

Im Gegensatz dazu habe ihn das Foto „der Wolkenradler“ von Lino Mirgeler (Kategorie Umwelt & Energie) ästhetisch besonders angesprochen. Es zeigt einen Actionkünstler auf dem Rad, der Seifenblasen verteilt.

Zwei „Einzelkämpfer-Fotos“ hätten ihn außerdem als Amateursportler beeindruckt. Das Bild „König der Athleten“ von Sven Hoppe, das den 10.000 Meter Läufer Arthur Abele konzentriert von dem Start der Zehnkämpfer in der Europameisterschaft abbildet. Und das Foto mit dem Titel „Körperbeherrschung“ von Karl-Josef Hildenbrand, das die Rennläuferin Stephanie Jallen in rasender Fahrt auf der Super-G-Strecke in Pyeongchang zeigt.

„Bilder haben einen unbezahlbaren Wert für uns“
Der BJV-Vorsitzende Michael Busch verglich in seiner Begrüßung den Wert einer Urlaubsreise mit dem eines Fotos. Schon bei der Planung überlegt man sich, ob die Anreise, der Hotelaufenthalt oder Ausflüge vor Ort auch ihren Preis wert seien. „Aber, haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welchen Wert ein Foto für Sie hat“, fragte der BJV-Vorsitzende die Gäste im Terminal 2 des Flughafens.

Bilder hätten einen unbezahlbaren Wert, da sie Augenblicke festhielten, „die sonst in einem Lidschlag vorbeigezogen wären oder einzigartige Motive in unser Gedächtnis einbrennen.“ Fotos dienten als Blickfang, erzählten Geschichten, die für den Betrachter scheinbar mühelos zu erfassen seien.

„Lobbyist in Sachen Pressefoto“
Dennoch gehe die Wertschätzung für Bildjournalisten immer mehr verloren, kritisierte Busch, der sich als „Lobbyist in Sachen Pressefoto“ outete. Immer mehr Verlage drückten ihre Geringschätzung der freien Pressefotografen durch eine absolut unangemessene Bezahlung aus. „3 Euro 57 Cent, die ein fränkisches Medienhaus für ein veröffentlichtes Foto zahlt, sind kein faires Honorar, sondern schlicht eine Zumutung und Ausdruck einer unglaublichen Missachtung der Leistung des professionellen Bildjournalisten“.

Der BJV-Vorsitzende ermunterte die Besucher, bei der Betrachtung der Bilder über den Wert der Fotos nachzudenken. Er hoffe, dass die Gäste der Vernissage am Ende sagen könnten: Ja, der Besuch der Ausstellung Pressefoto Bayern war den Weg zum Flughafen wert“.

Alle Bilder, alle Termine
Die Ausstellung ist bis Sonntag, 30. Juni 2019 im Terminal 2, Ebene 04, südlicher Check-in Bereich des Flughafen München, Nordallee 25, 85356 München, zu sehen (Lageplan). Die Zentrale der Bayernwerk AG in Regensburg und die Galerie der Bayerischen Landesbank in München sind die nächsten Stationen der Ausstellungstour. Auf der BJV-Website können Sie alle Bilder betrachten und den Katalog durchblättern und als PDF herunterladen.

Maria Goblirsch

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