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Münchens Bürgermeister Schmid mit Karl Stankiewitz bei der Verleihung der Medaille „München leuchtet“
Münchens Bürgermeister Schmid mit Karl Stankiewitz bei der Verleihung der Medaille „München leuchtet“
Foto: 
Thomas Stankiewicz

Aktuell

Karl Stankiewitz lässt München seit 70 Jahren weltweit leuchten

89-jähriger Journalist wird mit der Medaille „München leuchtet“ der Landeshauptstadt geehrt

München, 13.04.2018

Mit dem Journalismus angefangen hat Karl Stankiewitz (Jahrgang 1928) in frühen Jahren: „Er gründete mit Der Funke 1946 die erste Schülerzeitung in München“, erzählte der Münchner Bürgermeister Josef Schmid (CSU) bei Stankiewitz' Ehrung mit der Medaille „München leuchtet“ in Silber. In seiner Laudatio lobte Schmid die publizistische Kraft und Vielfalt mit der Stankiewitz allein in rund 30 Büchern vor allem seine Heimatstadt München und Bayern zum Thema hatte. Er attestierte dem Journalisten dabei „eine beachtliche literarische Qualität“.

Lob für die Journalistenkollegen
Der Geehrte selbst lobte mit seinen Worten zunächst andere: „Weil Journalisten eher selten diese Medaille empfangen, möchte ich mich auch im Namen der vielen Münchner Kolleginnen und Kollegen bedanken, die tagtäglich München leuchten lassen, indem sie über Besonderheiten, Schönheiten und Liebenswürdigkeiten dieser Stadt berichten – zum Beispiel auch über die Aufnahme der Flüchtlinge – ohne die Schatten zu übersehen. So umfassend und objektiv wie möglich, so kritisch wie nötig – das ist ein Leitprinzip unseres Berufes“.

Mit 18 bei der SZ angefangen
Mit gerade mal 18 Jahren durfte er bei der Süddeutschen Zeitung als Volontär und Stadtreporter anfangen: „Mein überhaupt erster Text war eine kleine Meldung. Sie handelte von einem Konzert für die Münchner Jugend, veranstaltet von der German Youth Activity, einer segensreichen Abteilung der Militärregierung“, erzählte Stankiewitz. Mehr als 10.000 Artikel habe er „letztlich fabriziert“, schrieb Hans Kratzer 2017 in der SZ.

Stankiewitz hatte seinen Beruf, seine Berufung gefunden. In den Folgejahren berichtete er auch für Spiegel und Stern und auch für die Münchner Abendzeitung, in welcher er auch heute noch mit längeren Artikeln veröffentlicht. Als Korrespondent sei er für diverse Medien für Bayern zuständig und als Reisejournalist sei er weltweit unterwegs gewesen. Jetzt arbeite er an seinem „ungefähr 35. Buch“ mit dem Titel „Münchner Meilensteine – Ein Reporter blickt zurück auf sein 20. Jahrhundert“. „Ich schlüpfe also noch noch mal in die Rolle des Zeitzeugen“, sagte der 89-Jährige und warb sogleich in eigener Sache: „Ein Verlag wird noch gesucht. Es gibt nicht mehr viele, die so genannte Monacensia pflegen“.

„Aus is und gar is!“
Doch zum Klagen ist dem Journalisten nicht zumute: „Es war also allerhand Arbeit in den 70 Jahren, aber sie hat mir fast immer Spaß gemacht. Und das an ziemlich jeden Tag: Schreiben, oft auch nachts, sonntags, unterwegs im Zug oder im Flieger, manchmal sogar im Krankenhaus, die Schreibmaschine auf dem Bett.“

„Aus is und gar is!“, wie der Titel eines demnächst von ihm erscheinenden Buches über „Verschwundene Wirtshäuser, Theater, Cafés, Nachtclubs und andere Orte Münchner Geselligkeit lautet“, das gilt für Stankiewitz noch lange nicht. „Trotz meines Alters möchte ich noch eine Weile weitermachen, die neuen Kommunikationsmedien erleichtern es“, kündigte Stankiewitz an. Er hat ja auch interessierte Leser: „Meine Schwester in Mexiko will immer meine neuesten Münchner Geschichten in der Abendzeitung per PDF geschickt haben. Diese liest dann ihren meiste deutschstämmigen Mitbewohnern im Altenheim von Chapultepec vor“. Verschmitzt fügte Stankiewitz hinzu: „Auf diese Weise, glaube ich, leuchtet München ein bisschen in die weite Welt hinaus“.

Thomas Mrazek

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