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Michael Busch präsentiert Nikolaus Peter Hasch den Katalog zur Ausstellung
Foto: Theresa Müller

Pressefoto Bayern

Kirgisischer Bazar in der Sparkasse Mainfranken

Ausstellung Pressefoto Bayern 2013 zu Gast in Würzburg

Würzburg, München , 05.06.2014

Wer braucht noch Einkaufsmeilen, wenn er im kirgisischen Osh Bazar einkaufen kann? Diese Frage stellte sich Stefan Bausewein und hielt das bunte Warenangebot des Marktes in seiner Serie „Who needs Shopping Malls“ fest. Gemüse, Obst, Spielwaren und hunderte von Schuhen, aufgetürmt in einem schlichten Regal, sind auf seinen Fotos zu sehen.

Bausewein, der an einem Kunstfestival in Kirgistan teilgenommen und den Bazar eher zufällig entdeckt hatte, setzt sich in seiner Serie kritisch mit der hiesigen, meist anonymen Shopping-Mentalität auseinander. Mit seiner fotografischen Dokumentation gewann er in der Sparte Nachwuchs des Wettbewerbs Pressefoto Bayern 2013.

Die Serie „Who needs Shopping Malls“ des Würzburger Bildjournalisten ist jetzt in einer Ausstellung zu sehen, die bis zum 20. Juni 2014 in der Sparkasse Mainfranken Würzburg gastiert. Dort werden rund 70 der besten Pressebilder des abgelaufenen Jahres gezeigt, darunter auch einige Aufnahmen von Bildjournalisten aus der Region.

Nikolaus Peter Hasch, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Mainfranken Würzburg, sagte bei der Eröffnung, er freue sich, dass wieder zahlreiche Fotografen aus der Region mit ihren Bildern in der Sparkasse Mainfranken zu sehen seien. Unter ihnen sind zwei Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt: Stefan Bausewein in der Kategorie Nachwuchs und Michael Gessner in der Kategorie Serie.

Beim Rundgang durch die Ausstellung verriet Hasch, der selbst Trompete spielt, dass Gessners musikalische Bild-Reportage sein ganz persönlicher Favorit sei. Sie schildert den letzten Auftritt Friedrich Körners nach 66 Jahren Musizieren mit der Trachtenkapelle Bieberehren (Landkreis Würzburg). Es ist eine sehr persönliche Sichtweise, denn der Musikant ist Gessners Großvater … „Freude, Rührung, Begeisterung, Trauer und Schmerz – Bilder wecken immer besondere Emotionen in uns. Fotos lassen uns teilhaben an den unterschiedlichsten Ereignissen, halten Eindrücke wach, informieren und geben interessante Einblicke“, meinte Hasch anschließend.

Er beschrieb am Beispiel eines Fotos, das eine dramatische Szene am Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz) in Peking zeigt, welche intensiven Eindrücke Bilder beim Betrachter hinterlassen, auch wenn sich das abgebildete Geschehen zu diesem Zeitpunkt längst verändert habe. Die Ausstellung Pressefoto Bayern erfahre in der Schalterhalle der Sparkasse besondere Aufmerksamkeit, da täglich viele Besucher dorthin kämen.

Im Namen der Stadt Würzburg dankten Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und Stadtrat Willi Dürrnagel der Sparkasse dafür, dass sie die Arbeit der Pressefotografen mit der Ausstellung würdige und wünschte den Bildern eine gute Resonanz.

Fotografen stehen im Mittelpunkt!
Der BJV-Vorsitzende Michael Busch begrüßte in seiner Rede „etwas despektierlich“ zuerst die Fotografen. „Ihnen ist die Ausstellung gewidmet, Sie sind es, die bei der Preisverleihung und hier im Mittelpunkt stehen“, betonte er.

Würzburg sei als Ausstellungsort etwas ganz Besonderes, weil hier vor gut 25 Jahren die Idee für den Pressefoto-Wettbewerb entstanden sei mit dem Ziel, die Arbeit der Bildjournalisten in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen.

Die Probleme der Fotografen von damals hätten sich, was die Honorare oder die Beschäftigungssituation angehe, leider verschlimmert. Die Ausstellungstour sei eine der seltenen Gelegenheiten, eine Brücke zwischen den Journalisten und der Öffentlichkeit zu bauen. Und damit deutlich zu machen, welchen Schwierigkeiten heute viele Pressefotografen ausgesetzt seien. „Sie sehen hier Bilder, die in den Tageszeitungen erschienen sind und einen großen Wert haben. Solche Fotos werden heute miserabel honoriert“, sagte der BJV-Vorsitzende.

Dumpinghonorare und kostenlose Konkurrenz
Wenn Verlage Dumpinghonorare von gerade mal 5,11 Euro pro Bild zahlten, könne man sich ausrechnen, wie viele Fotos ein Bildjournalist am Tag verkaufen müsse, um einigermaßen zu überleben oder eine Familie zu ernähren.

„Das ist eine Dreistigkeit gegenüber den Fotografen, die eine tolle Arbeit leisten. Das ist einfach nicht fair!“ Dazu komme die Konkurrenz durch PR-Agenturen, die Redaktionen kostenlos mit Bildern belieferten oder auch durch Leserreporter.

Siegerbilder und Katalog
Nach Würzburg ist Freising die nächste Station der Ausstellungstour. Weitere Orte und die Termine erfahren Sie auf der BJV-Website, dort finden Sie auch den Katalog und die Siegerbilder.

Sparkasse Mainfranken Würzburg, Hofstrasse 7-9, 97070 Würzburg. Telefon 0931 382-0

Maria Goblirsch

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