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Titelkopf Website Nordbayerischer Kurier
Frostige Zeiten für die Mitarbeiter des Nordbayerischen Kuriers in Bayreuth
Foto: 
Screenshot TM

BJV-Pressemitteilung

Schöne Bescherung: Nordbayerischer Kurier baut über 50 Stellen ab

Auch die Redaktion soll weiter verkleinert werden

München, Bayreuth, 08.12.2016

Zwei Tage nach dem Nikolaustag bescherte die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) die Mitarbeiter des Nordbayerischen Kurier. Freilich anders, als in der Vorweihnachtszeit üblich.

Am Morgen wurde der Betriebsrat darüber informiert, dass im Zuge von Umstrukturierungen mehr als 50 der 225 Arbeitsplätze in der Nordbayerischer Kurier Zeitungsverlag GmbH abgebaut werden sollen. Wie viele Stellen wo bis Mitte 2017 gekürzt werden, wollten die SWMH-Manager den Mitarbeitern während eines Rundgangs durch die einzelnen Abteilungen offiziell mitteilen. Danach sollen der Kundenservice sowie Buchhaltung und Personalabrechnung mit je neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bayreuth ganz dichtgemacht werden, ebenso der Medienvertrieb mit sieben weiteren Kolleginnen und Kollegen.

Auch die Redaktion des Nordbayerischen Kurier, die durch Fluktuation im Laufe des Jahres 2016 bereits zehn von 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verloren hatte, soll weiter verkleinert werden. Konkrete Zahlen wurden jedoch noch nicht genannt.

Auch Geschäftsführer Michael Rümmele muss gehen
Was schon über Gerüchte im Umlauf war, hat sich heute bestätigt. Der bisherige Geschäftsführer Michael Rümmele, derzeit im Krankenstand, wurde mit heutiger Wirkung von allen Aufgaben entbunden. Sein Nachfolger ist Bodo Kurz, er wird bereits im Impressum geführt. Der seit längerem wegen angeblich mangelnder Rentabilität kolportierte Verkauf der Druckerei der Nordbayerischer Kurier Zeitungsverlag GmbH scheint dagegen erst einmal vom Tisch zu sein. Der Druckerei werden für die nächsten vier Jahre gute Perspektiven vorausgesagt.

Der BJV-Vorsitzende Michael Busch reagierte verärgert auf den geplanten Stellenabbau: „Es ist bei den Verlegern leider schon schlechter Brauch geworden, ihre Mitarbeiter gerade in der Adventszeit mit derartigen Hiobsbotschaften zu konfrontieren. Das zeugt von wenig Empathie gegenüber den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“. Es sei ein typisches Verhalten der Verleger, dass sie im Personalabbau den einzigen Weg sehen, um die Rendite zu erhöhen. Dabei habe sich diese Methode als weitgehend erfolglos erwiesen. Opfer dieser Mentalität seien die Kolleginnen und Kollegen, „die für die Qualität ihrer Zeitung mit viel Motivation und Überstunden gekämpft haben und nun auf der Straße stehen“. 

Im Juni 2016 hatte der Verkauf von 65 Prozent der Anteile am Nordbayerischen Kurier an die Frankenpost in Hof, die zur SWMH und der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) gehört, für große Unruhe in der Belegschaft gesorgt. Die DDVG wiederum hatte zwei Monate zuvor ihre Anteile am Nordbayerischen Kurier durch Kauf der Anteile des früheren Mitgesellschafters Wolfgang Ellwanger aufgestockt. Der SWMH mit Sitz in Stuttgart gehört unter anderem auch die Süddeutsche Zeitung.

Kontakt
Maria Goblirsch
Telefon 0171 6876973
presse@bjv.de

Nachtrag
In der ersten Version dieses Textes war von Buchhaltung und Personalabteilung die Rede, richtig muss es jedoch heißen: Buchhaltung und Personalabrechnung. Der im Text erwähnte Mitgesellschafter heißt Wolfgang Ellwanger und nicht Lorenz Ellwanger. Wir bitten diese Fehler zu entschuldigen.

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