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Netzwerken ganz konventionell ...
Foto: Maria Goblirsch

Fachgruppe Freie

Wie Netzwerken gelingt

Tipps der Referenten des FREItags 2016

München, 01.10.2016

Wie kann Journalisten Netzwerken gelingen? Wir baten die Referenten unseres FREItags 2016 um ihre Tipps.

Michael Hirschler:
Nicht nur nach Aufträgen schielen
Claudia Minke:
Keine Angst vor Konkurrenz
Michel Penke:
Andere über sich sprechen lassen
Barbara Weidmann:
Netzwerken heißt, sich gegenseitig zu befeuern
Marion Trutter:
Frage, was Du für Dein Netzwerk tun kannst!
Christiane Wolff:
Netzwerken braucht ein Ziel
Sascha Ihns:
Jeder Kontakt kann Gold wert sein
Karin Hertzer:
„Real“ vernetzen, übers Internet in Kontakt bleiben
Marius Stolz:
Junger Wind im Journalismus ist die Zukunft

Michael Hirschler: Nicht nur nach Aufträgen schielen
Der Besuch von Messen, Tagungen und lokalen/Branchenevents des jeweiligen Themengebiets gehört zum Pflichtprogramm – bei Lokaljournalisten bedeutet das entsprechend, dass sie die lokalen Spitzenveranstaltungen besuchen, da man dort mit den Ansprechpartnern bei Firmen, Vereinen oder Institutionen ganz zwanglos ins Gespräch kommt.

Entsprechendes gilt für Mitgliedschaften in Parteien, das Engagement in kirchlichen oder kulturellen Einrichtungen bis hin zur Freimaurerloge. Wichtig dabei: Mitglied solcher Vereinigungen zu werden, allein um Aufträge zu sammeln, funktioniert eher weniger.

Meist sind Freie ohnehin so engagiert in einem Themengebiet, dass sich die Mitgliedschaft in einem bestimmten Verein geradezu aufdrängt. Die überzeugte Wirtschaftspublizistin wird Mitglied der Ludwig-Erhard-Gesellschaft, der Ökojournalist Mitglied im Naturschutzbund oder bei Greenpeace.

Alle diese Freien profitieren unter Umständen auch von der Mitgliedschaft, aber sicherlich nur dann, wenn sie dort mit echter Überzeugung tätig sind und nicht etwa nur nach Aufträgen schielen.

Wichtig ist beim Aufbau dieses Netzwerks: Es wird vor allem dann funktionieren, wenn die gebotene Leistung aus redaktioneller Spitzenleistung, nachhaltiger und glaubhafter Präsenz im Themengebiet und ständiger Innovation beim Portfolio besteht.

Daher dürfen Freie, die erst starten, nicht erstaunt sein, dass in den ersten Jahren nur wenig „von selbst“ oder aus dem Netzwerk kommt. Erst wenn die Leute merken, dass sie offenbar dauerhaft im Boot sind, kann mit solchen Automatismen gerechnet werden.
Michael Hirschler, Referat freie Journalisten beim Deutschen Journalisten-Verband, www.djv.de/freie

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Claudia Minke: Keine Angst vor Konkurrenz
Blogger sollten andere Blogger nicht als Konkurrenten sehen, sondern mit ihnen netzwerken. Man kann beispielsweise Gastbeiträge schreiben und so die Blogs verlinken. Das bringt für beide Seiten etwas.

Durch die rasante technische Entwicklung erfährt man in Netzwerken viel schneller etwas über die Neuerungen als durch die eigene Recherche.
Claudia Minke, Bloggerin, PR-Beraterin, www.familothek.de

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Michel Penke: Andere über sich sprechen lassen
Netzwerken? Kann ich nicht. Ganz ehrlich, Cocktailpartys mit den richtigen, wichtigen Leuten sind mir ein Graus. Ich habe deswegen vor Jahren angefangen, passiv zu netzwerken. Wer nicht über sich selbst sprechen will, muss andere dazu bringen, es zu tun. Mein Tipp: Mache etwas Besonderes, halte es den richtigen Leuten aggressiv vor die Nase und lass sie für dich werben. Ich habe mir Codieren beigebracht und einen Blog gestartet, auf dem ich Journalisten zeige, wie man multimedial im Netz erzählen kann.

Die Zielgruppe des Blogs: exakt jene, die Aufträge und Jobs verteilen. Der Content: genau das, was ihnen in ihrem Alltag etwas bringen könnte.

Zwei Jahre nach dem ersten Blogpost bestreite ich ein Drittel meines Einkommens durch Aufträge von Bloglesern. Und das ohne eine einzige Cocktailparty!
Michel Penke, Redakteur Gründerszene, freier Journalist, www.bleiwüsten.de

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Barbara Weidmann: Netzwerken heißt, sich gegenseitig zu befeuern
Es gibt diese berühmte 70-20-10-Formel von Mike Sansone: „Nutze 70 Prozent der Netzwerk-Zeit, um anderen zu helfen, 20 Prozent um dich zu präsentieren, zehn Prozent, um andere um Hilfe zu bitten.“

Das zeigt, was Netzwerken wirklich ausmacht: Sich gegenseitig zu befeuern und zu stützen. Ich erhalte in den sozialen Netzwerken jede Woche eine Menge Kontaktanfragen von Leuten, die ich nicht kenne, nie getroffen habe. Kommentarlos wollen sie mit mir verlinkt und befreundet sein.

Andere rufen regelmäßig an – immer, wenn Sie etwas brauchen ... Echtes Netzwerken ist von Nachhaltigkeit und Win-Win geprägt! Pflegen Sie lieber ein kleines, aber feines, durch persönliche Beziehungen geprägtes Netzwerk!

Sehr gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, auch Netzwerk-Veranstaltungen anderer Branchen zu besuchen, die sich thematisch leicht überschneiden. Nicht nur in der eigenen Suppe dümpeln! Der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand liefert spannende Kontakte und überraschende Impulse. Der mancherorts doch recht ausgeprägte Konkurrenzgedanke spielt hier hingegen kaum eine Rolle.
Barbara Weidmann, freie Multimedia-Journalistin und Dozentin, www.fit-for-crossmedia.de

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Marion Trutter: Frage, was Du für Dein Netzwerk tun kannst!
Frag nicht zuerst, was Dein Netzwerk für Dich tun kann, sondern frag, was Du für Dein Netzwerk tun kannst.

Beides ist wichtig: Netzwerken innerhalb der „Peergroup“ (also Menschen mit gleichem Status und Anliegen, in unserem Falle JournalistInnen) und mit Menschen außerhalb der Peergroup, zum Beispiel Experten, Verbände oder PR-Leute.
Marion Trutter, freie Journalistin, Buchherausgeberin und Coach, www.mariontrutter.de

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Christiane Wolff: Netzwerken braucht ein Ziel
Mein Mantra für ein erfolgreiches Netzwerken ist „Geben statt nehmen“. Bevor ich auf andere zugehen kann und Unterstützung bekomme, sollte ich erst einmal geben.

Das heißt für mich: berufliche Tipps weitergeben, Weiterempfehlungen machen, Kontakte vernetzen, Einladungen aussprechen oder sich selbst mit seiner Expertise einbringe und beispielsweise einen Vortrag halten oder einen Artikel schreiben.

Netzwerken braucht ein Ziel. Bevor ich mich ins Netzwerken stürze, sollte ich einen klaren Plan haben: Was möchte ich erreichen? Wie viel Zeit kann und möchte ich fürs Netzwerken investieren und welche Netzwerke oder Menschen können mich dabei unterstützen?
Christiane Wolff, Begründerin des Frauennetzwerks www.nett-werk.com und www.christianewolff.de

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Sascha Ihns: Jeder Kontakt kann Gold wert sein
Ich denke, das Wichtigste beim Netzwerken ist, dem Gesprächspartner gegenüber eine offene und interessierte Haltung einzunehmen. Insofern gehe ich stets unvoreingenommen auf jeden Gesprächspartner zu und versuche ihn/sie über einen einleitenden Small Talk auf bestimmte Themenbereiche zu lenken, die für mich kurz-, mittel- oder langfristig interessant sein könnten.

Je nach Resonanz entscheide ich anschließend, ob dieser Kontakt aktiv weiterverfolgt werden sollte oder gegebenenfalls eher für spätere Kontaktaufnahmen geeignet ist. Doch grundsätzlich kann jeder Kontakt Gold beziehungsweise Geld wert sein.

Daher empfehle ich stets, sich über berufliche Netzwerke wie XING oder LinkedIn online zu vernetzen und mit Geburtstagsgrüßen, Einladungen zu Veranstaltungen oder ähnlichem in lockerem Kontakt zu bleiben.
Sascha Ihns, Kommunikationsberater, freier Journalist, www.luxspots.de

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Karin Hertzer: „Real“ vernetzen, übers Internet in Kontakt bleiben
Über unseren Blogger-Stammtisch München habe ich viele tolle Kollegen kennengelernt. Wichtig ist dabei, dass man sich online und offline vernetzt. Denn bei den persönlichen Treffen ergeben sich noch mal viele weitere Anknüpfungspunkte, an die man vielleicht per Mail, Facebook, Twitter & Co. gar nicht gedacht hat.

Nur wenige von uns sind Multi-Talente – beim Bloggen kommt aber vieles zusammen, was man umsetzen sollte. Deshalb hilft es, sich bei „realen“ Blogger-Fortbildungen zu vernetzen und dann übers Internet in Kontakt zu bleiben.
Karin Hertzer, Bloggerin, Gesundheitsjournalistin, PR-Beraterin, www.warmup-cooldown.de

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Marius Stolz: Junger Wind im Journalismus ist die Zukunft
Verbinden Sie sich mit dem Nachwuchs, besuchen Sie also gerne mal Ringvorlesungen journalistischer Studiengänge oder einen Tag der offenen Tür an einer Hochschule.

Der junge Wind im Journalismus ist die Zukunft und eröffnet vielleicht auch ganz neue Ansichten und Möglichkeiten. Die Pressestellen der Hochschulen oder die Alumnistellen können Ihnen bestimmt weiterhelfen, passende Termine wahrzunehmen und Kontakte vermittelt zu bekommen.

Wenn Sie im Internet neue Medien wie YouTube benutzen wollen, scheuen Sie sich nicht davor Kontakt mit YouTubern aufzunehmen, deren Inhalte Sie interessieren.

Oft läuft das über ein Multichannelnetzwerk oder ein Management, aber das sollte Sie nicht abschrecken. Auch hier können sich viel mehr Möglichkeiten auftun und zu Konstellationen führen, mit denen Sie jetzt vielleicht noch nicht rechnen!
Marius Stolz, Diplom-Journalist, Begründer der Beratungsfirma 3/medial, www.3medial.de

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