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Herbert Liedel (rechts im Bild) bei Pressefoto Bayern 2012 mit seinem Werk "Step by Step", links im Bild der damalige BJV-Vorsitzende Wolfgang Stöckel, in der Mitte Matthias Murko, Leiter des Nürnberger Museum Industriekultur
Foto: Günter Kögler

Aktuell

Der Nürnberger Fotograf Herbert Liedel ist tot

Große Trauer um einen besonders leidenschaftlichen Kollegen

Nürnberg / München, 30.06.2015

Herbert Liedel, Pressefotograf und Filmemacher, ist tot. Er erlag am Samstag im Alter von 66 Jahren in Südtirol einem Herzinfarkt. Liedel hatte dort mit seiner Frau einige Urlaubstage verbracht. Der Journalist und Buchautor hinterlässt seine Ehefrau, die Grafik-Designerin Hannelore Christen-Liedel, und drei Kinder.

Sport und Franken im Fokus
Der 1949 in Gostenhof, einem Stadtteil von Nürnberg, geborene Kollege hatte bereits eine Ausbildung zum diplomierten Sozialwirt abgeschlossen, als er sich für die Fotografie entschied. Seine erste Stelle als Pressefotograf fand er in der kicker-Redaktion. Neben Sportmotiven fing er damals die fränkische Landschaft ein – eine Leidenschaft, die ihn sein Leben lang nicht mehr losließ.

Sein erster Bildband widmete sich 1981 dem alten Ludwig-Donau-Main-Kanal in Nürnberg, weitere 60 Fotobücher, Kalender und Multimedia-Shows folgten. Im Mittelpunkt seiner Dokumentationen standen die fränkische Natur, Kultur und Zeitgeschichte. Im Jahr 2005 sagte er über seine dokumentarische Arbeit: „Mit besonderen gestalterischen Mitteln versuche ich, den Bedrohungen der Natur und des typischen Landschaftsbildes entgegenzuwirken. Die Bilder sollen beim Betrachter Gefühle und Gedanken auslösen, die ihn empfindsam machen für die Schönheiten Frankens und deren Bewahrung.“

Zahlreiche Preise
Herbert Liedel gewann mit seinen Bildern zahlreiche Preise, darunter das „Sportfoto des Jahres“ und einen dritten Platz bei „World Press Photo“. Beim BJV-Wettbewerb Pressefoto Bayern nahm der Nürnberger Bildjournalist 2007 das erste Mal teil, zwei Jahre später gewann er den ersten Preis in der Kategorie „Umwelt & Energie“. Sein Siegerfoto hielt die seltene Szene des leeren Hochbehälters Krottenbach bei Nürnberg während Sanierungsarbeiten fest, bevor der Wasserspeicher wieder geflutet wurde.

Nur ein Jahr später siegte Herbert Liedel in der Rubrik „Kultur“ mit seinem Bild „Farbe im Dialog“, das er in einer Ausstellung von Daniel Buren („Modulation – Arbeiten in situ“) im Neuen Museum Nürnberg aufgenommen hatte. 2011 wurde der Mittelfranke schließlich mit einem bei Nacht im Parkhaus am Flughafen Nürnberg aufgenommenen Foto mit dem ersten Preis in der Kategorie „Umwelt & Energie“ ausgezeichnet. Dieses Motiv stammt aus einem Feature Liedels über Treppenhäuser bei Nacht.

Bescheiden und hilfsbereit
Liedel und seine Frau Hannelore waren bei den Preisverleihungen im Bayerischen Landtag und bei der Eröffnung der Ausstellung in Nürnberg gern gesehene Gäste. Im Mai war der Nürnberger Bildjournalist Gast der Vernissage im Nürnberger Museum für Industriekultur, wo seine Bilder „Dürerblick“, „Off the Wall“ und „Monsterstraße“ gezeigt wurden.

Von seinen Preisen machte er wenig Aufsehen. Lieber stand Herbert Liedel jungen Kollegen mit Rat und Tipps zur Seite. „Der Herbert war ein sehr liebenswerter und bescheidener Kollege, der trotz seiner großen Erfolge immer bodenständig geblieben ist. Er wird uns sehr fehlen“, sagt der Ansbacher Fotograf James „Jim“ Albright. Familie, Freunde und KollegInnen trauern um einen exzellenten Fotografen und um einen Menschen, der viel zu früh gestorben ist.

Maria Goblirsch

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