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Schwierige Lage, optimistische Kollegen: Margit Conrad, Wolfgang Grebenhof, Karl-Heinz Dix und Gunter Becker
Foto: 
Jim Albright

Fachgruppe Tageszeitungen

Redakteure wollen kämpfen

Fachgruppe Tageszeitungen zieht Streikbilanz und wählt Vorstand neu

Nürnberg, 22.02.2014

Der Wille in den Zeitungsredaktionen, für die eigenen Rechte zu streiten, ist ungebrochen. Deshalb hat die neugewählte Spitze der Fachgruppe Tageszeitungen auch das Ziel, ihre Arbeit flächendeckend zu verstärken.

Die aktuelle Tarifauseinandersetzung stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Fachgruppe in Nürnberg. Der alte und neue Vorsitzende, Karl-Heinz Dix von der tz, berichtete aus München, dass die Streikbereitschaft vor allem beim Merkur sehr groß sei. Für die Freitags-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung seien dank der Kampfmaßnahmen der vergangenen Woche deutlich weniger Seiten produziert worden als üblich.

Soviel Streikende wie nie zuvor
Margit Conrad vom Freisinger Tagblatt betonte, in Rosenheim seien so viele Redakteure in den Ausstand getreten wie noch nie. Zudem verdichteten sich die Gerüchte, dass Verleger Dirk Ippen die Tarifbindung beenden wolle.

Den meisten Kampfesmut hatten die Kolleginnen und Kollegen der Allgäuer Zeitung in Kempten gezeigt, die einen dreitägigen Warnstreik durchgezogen hatten. Ex-Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Soergel berichtete, dass es den Häusern in Kempten und Augsburg gut gehe, denn selbst Andreas Scherer, Vorsitzender der bayerischen Zeitungsverleger und Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe Pressedruck, habe in der Betriebsversammlung formuliert, dass alle Ziele erreicht worden seien.

Abstruse Vorschläge der Verleger
Ein Ende der Tarifauseinandersetzungen lasse sich nicht absehen, meinte Wolfgang Grebenhof, Mitglied des DJV-Bundesvorstands. Nachdem man versucht habe, den tiefen Graben zwischen den Vorstellungen beider Seiten aufzufüllen, veranstalte der Verlegerverband mit seinen letzten Forderungen einen „tarifpolitischen Amoklauf“. Wegen langer Krankheit den Urlaub zu kürzen sei ein „Oberhammer“.

Ebenso strikt abzulehnen sei die Regionalisierung, worunter die Verleger eine Koppelung der Gehälter an die Kaufkraft einzelner Regionen verstünden. Dies sage aber nichts über die Wirtschaftskraft der Verlage aus. Mit der Aktionswoche hätten die Gewerkschaften das „Signal Flächenbrand“ setzen wollen.

Den Warnstreik habe man auch nicht unmittelbar vor den Betriebsratswahlen ausgerufen, denn damit hätte die Gegenseite gerechnet. Gemessen an der Zahl der Teilnehmer sei der Aufruf ein Erfolg gewesen. Die Wirkung auf die Gegenseite müsse man abwarten. Bisweilen entstehe der Eindruck, dass der Verlegerverband auseinanderfalle.

Viele Kandidaten für Betriebsratswahl
In der Diskussion wiesen vor allem Betriebsräte auf die Bedeutung des Flächentarifvertrags als Maßstab auch für Betriebe mit Haustarif hin. Übereinstimmend wurde berichtet, dass sich unerwartet viele Kandidaten für die Betriebsratswahl gefunden hätten. Ausdrücklich Lob gab es in diesem Zusammenhang für die Berichterstattung des BJVreports.

An den Bayerischen Journalistentag am Samstag, 17. Mai, in Garmisch-Partenkirchen wurde der Antrag verabschiedetet, darauf hinzuwirken, dass der Beitrag zur Streikkasse wieder auf einen Euro pro Mitglied und Monat angehoben wird.

BJV-Vorsitzender Michael Busch dankte der Fachgruppe für ihre Aktivität, mahnte aber mehr Veranstaltungen an, die über den Freistaat verteilt angeboten werden sollten. Es sei wichtig, Informationen schnellstmöglich an die Mitglieder weiterzugeben.

Zu Stellvertretern von Karl-Heinz Dix wurden Margit Conrad, Gunter Becker (Nordbayerischer Kurier, Bayreuth) und Wolfgang Grebenhof gewählt.

Michael Anger

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