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Christian Krügel 1969 – 2018
Christian Krügel 1969 – 2018
Foto: 
Alessandra Schellnegger

Nachruf

Tiefe Trauer um Christian Krügel

Lokalchef der Süddeutschen Zeitung wurde im Alter von 48 Jahren aus dem Leben gerissen

München, 21.04.2018

Über Nacht hat die Süddeutsche Zeitung den Chef ihres Ressorts München, Region und Bayern verloren. Christian Krügel starb am 20. April an den Folgen einer geplatzten Schlagader im Gehirn. Er wurde gerade 48 Jahre alt.

SZ-Chefredakteur Kurt Kister schreibt in seinem Abonnentenbrief: „Er war die Seele des Ladens; er war ein fröhlicher Mensch, dem außer seiner Familie und seinem Glauben nichts wichtiger war als das Wohlergehen seines Ressorts, seiner Leute und dieser Zeitung. Er hatte jene Autorität, die daher rührt, wenn ein Chef nicht um seiner selbst willen Chef ist, sondern weil es keinen gibt, der es für alle anderen und die Firma, also die Zeitung, besser machen würde, als eben er.“

Mit Ausnahme seines Volontariates bei der Passauer Neuen Presse in Altötting und Burghausen war Krügel, der „gebürtige und überzeugte Münchner“, immer mit der SZ verbunden. Geboren 1969, wuchs er im Münchner Westen auf und machte 1988 sein Abitur am renommierten Ludwigs-Gymnasium. Schon während seines Geschichtsstudiums begann er als freier Mitarbeiter der SZ in Dachau und dorthin kehrte er 1995 zurück.

Weil Krügel nicht nur ein guter Schreiber, sondern auch ein herausragender Organisator war, beförderte ihn der damalige Chefredakteur Hans Werner Kilz erst zum stellvertretenden Redaktionsleiter in Dachau, dann zum Vize-Ressortleiter für die Region und 2005 zum Chef vom Dienst der Zeitung. 2010 übernahm Krügel die Ressortleitung für München, Region und Bayern.

Als Autor schrieb er oft über Kunst und Kultur. Er liebte die klassische Musik, hatte einen kurzen Draht zu Mariss Jansons und wusste über den geplanten neuen Konzertsaal für München bestens Bescheid. Früh begriff er, wie tief greifend sich der Journalismus durch die digitalen Medien verändern würde. Beherzt ergriff er die Chancen, die sich daraus ergeben, trieb das Miteinander von Print und Online in seinem Ressort voran und lotete aus, wie journalistische Botschaften über die sozialen Netzwerke verbreitet werden können. Auch die Mitgliedschaft im BJV war ihm wichtig.

Obwohl er ein überzeugter Familienmensch war, schildern Kollegen ihn als hochengagierten Redakteur und Ressortchef, als erster da und zu später Stunde heimkehrend. Selbst zuhause dachte er an seine Redaktion. Wolfgang Krach beschreibt Krügel als einen uneigennützigen Menschen, dem es nie um sich selber gegangen sei. Aus seinem tiefen christlichen Glauben machte er kein Hehl, die Rolle der Kirche in einer zunehmend säkularen Gesellschaft beschäftigte ihn, die Armut im reichen München empörte ihn.

Alois Knoller

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