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Die Sieger bei Pressefoto Unterfranken 2014 (von links nach rechts): Anand Anders, Eugen Steinbach, Tobias Rachl, Ivana Biscan, Thomas Obermeier sowie Harald Schreiber
Foto: Ralph Bauer

Pressefoto Unterfranken 2014

Busch: Eine ärmere Welt ohne Fotografen

BJV und Bezirk Unterfranken würdigen besondere journalistische Leistungen

Würzburg, 18.11.2014

Zwei Doppelsieger gab es am Dienstag beim Wettbewerb Pressefoto Unterfranken 2014 des Bayerischen Journalisten-Verbandes (BJV) und des Bezirks Unterfranken. Harald Schreiber (Main-Echo Aschaffenburg) wurde ausgezeichnet für das „Foto des Jahres“ und in der Kultur, sein Kollege Thomas Obermeier (Main-Post Würzburg) holte sich den Sieg in den Kategorien "Unterfranken Land und Leute" und Sport. Neben Geldpreisen (1000 Euro für den Gesamtsieger und jeweils 500 Euro in den einzelnen Kategorien) gab es für den bereits mehrfach auch schon auf bayerischer Ebene ausgezeichneten Schreiber eine Glasskulptur mit seinem gelaserten Siegerfoto.

Die weiteren Gewinner sind: Anand Anders (Freier Fotograf – Energie & Umwelt), Eugen Steinbach (Student der Fakultät Gestaltung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt – Nachwuchs), Tobias Rachl (Preis der Stadt Würzburg, mit 300 Euro dotiert) und die junge Fotografin Ivana Biscan (Serie). Insgesamt hatten die Fotografen aus der Region knapp 250 Bilder eingereicht, die von der Jury anonym bewertet wurden.

Investieren Sie Zeit!
Der BJV-Vorsitzende Michael Busch unterstrich in seiner Rede, das Fotografie mit Zeit zu tun habe. Einmal die, in welcher ein Bild entsteht, das es wert ist, durch ein Foto festgehalten zu werden. „Wenn diese Zeit gekommen ist, braucht es dann aber nicht nur den Fotografen, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, sondern er braucht auch noch die Zeit, um das festzuhalten, was er dort sieht“, sagte Busch. Die Bilder, respektive die Fotografen, die heute geehrt werden, hätten insgesamt weniger als fünf Sekunden Belichtungszeit benötigt, um „wundervolle Momente“ festzuhalten. Er bat das Publikum in Würzburg – und wo sonst die Bilder in den nächsten Monaten in Bayern gezeigt werden – Zeit zu investieren, um den Fotografen für deren Gespür für den richtigen Augenblick und die investierte Zeit „zu danken, zu huldigen und zu gratulieren“.

Kunst nicht mehr zu erkennen
Busch erinnerte aber auch daran, dass diese „Künstler der Zeit“ immer mehr verloren gingen, weil viele Verlagshäuser meinten, ihre Fotografen nicht mehr zu benötigen. Lieber würden geknipste Fotos von Pressestellen, von Leserfotografen, von Laien veröffentlicht. Weil sie billiger seien. „Es ist nicht mehr die Kunst zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt ist, entsprechend zu honorieren – sondern nur noch ein nüchternes Bild“, kommentierte der BJV-Vorsitzende.

Fotografen würden „despektierlich“ behandelt, wenn sie ihre erarbeiteten Bilder anbieten, weil der Wert nicht erkannt werde. „Es ist fatal, die Fotografen auszudünnen“, warnte er. Denn ein Bild werde gegenüber einem Text 60.000 mal schneller vom Gehirn erfasst und somit seien Bilder wichtig zur Attraktivität von Zeitungen, Zeitschriften und Onlineangeboten. „Eine Welt ohne Fotografen wird eine arme Welt sein“, sagte Busch.

Der unterfränkische Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel stellte genau wegen dieser schweren Rahmenbedingungen heraus, dass der Wettbewerb die kreative und dokumentarisch wichtige Arbeit der Presse-Fotografen würdigt. „Pressefotos – zumindest gute Pressefotos – ragen heraus aus der täglichen Informationsflut. Gute Pressefotos haben Bestand“, formulierte er. Und um genau diese Bilder gehe es beim Wettbewerb Pressefoto Unterfranken.

Ein Bruder, viele Nichten und Neffen
Michael Busch dankte dem früheren Bezirksvorsitzenden Rainer Reichert (jetzt Vorsitzender des Fachausschusses Europa im DJV) für seine Idee zu dem unterfränkischen Fotopreis. Nun gebe es den jüngeren Bruder, aber nicht minder erfolgreichen Wettbewerb, in ganz Bayern. Dort findet die Verleihung am 25. November in München im Bayerischen Landtag, statt. „Es gibt aber auch viele Nichten und Neffen, die sich unter anderem in Bremen, Hessen und Thüringen niedergelassen haben“, zählte er auf.

Pressefoto Unterfranken wird unterstützt vom Bezirk Unterfranken, Bayernwerk, der Sparkasse Mainfranken, der Sparkasse Schweinfurt und der WVV (Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH). Alle Siegerbilder finden Sie – als Download auch zur redaktionellen Berichterstattung – auf unserer Website.

Ralph Bauer

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