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Mit Mundknebeln verdeutlichten die Demonstranten die repressive Situation für Journalisten in einigen Ländern
Foto: Silvio Wyszengrad

BJV-Landesvorstand

Geknebelt durch Regensburg

BJV-Kundgebung erinnert an mundtot gemachte Journalisten

Regensburg, 04.06.2016

Angenehm ist es nicht, gut eine halbe Stunde mit Knebel vor dem Mund herumzulaufen. Doch Daniela Albrecht und andere Vorstandsmitglieder des BJV nahmen es auf sich, um ihre Solidarität mit den Journalistenkollegen in aller Welt zu bekunden, die von den Machthabern mundtot gemacht, inhaftiert, gefoltert oder sogar umgebracht werden.

Schweigend wie jene zogen rund 80 Teilnehmer des Bayerischen Journalistentags durch Regensburg bis zur Kundgebung vor dem Dom im Samstagstrubel der Welterbestadt. Wer genau hinsah, entdeckte in der ersten Reihe des Demonstrationszugs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) hinter dem Transparent mit der Aufschrift „Journalisten sind keine Terroristen – auch nicht in der Türkei“.

Die pointierte Aussage gefiel nicht jedem, mancher türkische Passant ärgerte sich darüber, dass seine Heimat angeprangert wurde. Etliche andere Zaungäste indes spendeten spontan Beifall oder nickten zustimmend, wenn sie Transparent und Tafeln gelesen hatten. Denn Pressefreiheit à la Erdogan, à la Orban, auf Polnisch oder in Montenegro heißt eben, nur die offizielle Lesart in den Medien widerzugeben, sollte ihnen nicht die symbolische Schreibmaschine hinter Stacheldraht entzogen werden.

Ohne Journalisten keine Demokratie
Can Dündar und Erdem Gül, die beiden couragierten Redakteure in der Türkei, wurden ins Gefängnis geworfen für ihr freies Wort. Doch Michael Busch, der BJV-Vorsitzende, betonte vor dem Regensburger Dom: „Ohne Journalisten gibt es keine Demokratie. Die freie Presse darf nicht mundtot gemacht werden.“

Eindrucksvoll geriet die Verlesung der 64 Namen von Kollegen, die 2015 in Ausübung ihres Berufs getötet wurden. „Wir denken an sie und schweigen nicht ohne Grund. Wir dürfen aber nicht still hinnehmen, dass sie getötet wurden“, sagte Busch – ohne Maulkorb und Knebel.

Alois Knoller

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