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Auftakttreffen für das neunte BJV-Mentoring: Eine Mentee (beruflicher USA-Aufenthalt) und ein Mentor (verhindert durch einen Pilotenstreik) fehlten noch
Foto: Maria Goblirsch

BJV-Mentoring

Keine altväterlichen Ratschläge

Sechs Zweierteams aus Mentoren und Mentees starten in die neunte Runde

München, 30.04.2019

Das Wetter spielte nicht mit. Aber trotz anhaltenden Regens klappte der erste Auftritt der neu gebildeten Teams im Innenhof der BJV-Geschäftsstelle schon recht gut. Jedes Paar aus Mentee und Mentor fuhr ein paar Runden auf dem Tandem.

Die jungen Kolleginnen und Kollegen, die sich nun ein Jahr lang mit einem erfahrenen Mentor austauschen, saßen vorne am Lenker. Denn sie werden in den kommenden zwölf Monaten die Richtung vorgeben, in die sich das Zweiergespann bewegt.

„Es geht hier um Eure Ziele, die Ihr überlegt und die Ihr im Dialog mit dem Mentor entwickelt“, ermutigte Dr. Wolfgang Soergel, der Leiter des BJV-Mentoring-Programms, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Auftakt der neunten Runde. „Wir geben keine altväterlichen Ratschläge. Beim BJV-Mentoring geht es um die Entwicklung der Persönlichkeit durch Beraten, Spiegeln und Ermutigen“.

Im Unterschied zu Mentoring-Programmen anderer Institutionen richte sich das BJV-Angebot nicht an Berufsanfänger, es weise auch keine fachliche Ausrichtung auf. Die sechs Mentees, die das BJV-Mentoring-Team um Wolfgang Soergel, Barbara Weidmann und Thomas Mrazek ausgewählt hat, sind mindestens drei Jahre berufstätig und durchaus erfolgreich als Journalisten. Aber sie stehen an einem Punkt, an dem sie sich fragen: Bin ich hier noch richtig oder sollte ich mich neu orientieren?

Kein Wegbereiter in die Wunschredaktion
Dabei versteht sich das Mentoring-Team nicht als Jobvermittler oder Wegbereiter in die Wunschredaktion, betonte Soergel bei der Auftaktveranstaltung am Montag in der BJV-Geschäftsstelle.

Bei dem gemeinsamen Weg in den kommenden zwölf Monaten gehe es vielmehr um den persönlichen Austausch auf Augenhöhe und um die Stärkung des Selbstbewusstseins: „Der Mentee spiegelt sich im Mentor und sieht so, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Und dass er viel mehr draufhat, als er sich selbst zugetraut hätte.“

Wie fasse ich nach einem Auslandsaufenthalt oder nach einer Babypause wieder Fuß? Mit welcher Strategie kann ich meine Zeit besser managen und zu mehr Achtsamkeit für mich selbst finden? Oder: Bin ich im Printbereich noch richtig, ist vielleicht der Weg zu Online oder TV eine neue Chance für mich? Das sind die typischen Fragen, auf die die Tandems gemeinsam Antworten finden.

Ein ganz wichtiger Punkt: Die Chemie zwischen Mentor und Mentee muss stimmen, um Vertrauen aufbauen zu können. Ist das nicht der Fall, was selten vorkommt, wird unkompliziert nach einer Lösung und einem neuen Mentor gesucht.

Viel Kaffee und Abendessen
Sich zuzuhören und auf Augenhöhe miteinander arbeiten sei wesentlich für den gemeinsamen Erfolg, berichtete Michael Krawczyk, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk und Mentor der achten Runde. Es gehe für den Mentor darum, Türen zu öffnen und zu zeigen, was sich dahinter verbirgt. „Aber durch die Tür gehen musst du als Mentee selbst“.

Karrierewege verlaufen nicht mehr geradlinig
Ein Programm wie das seit 14 Jahren existierende BJV-Mentoring sei heute wichtiger denn je, betonte Andrea Roth, Autorin beim BR-Fernsehen und stellvertretende BJV-Vorsitzende. Es herrsche enormer Leistungsdruck, Journalisten müssten heute neue Wege beschreiten, um gegenüber der wachsenden Konkurrenz bestehen zu können.

Karrierewege in den Medien verliefen heute längst nicht mehr so gradlinig wie in früheren Jahren, von Planbarkeit könne keine Rede mehr sein. Junge Kolleginnen und Kollegen fänden in den Redaktionen oft keine Ansprechpartner mehr, die sie um Rat fragen oder sich austauschen könnten. Die BR-Journalistin dankte dem Projektteam und den Mentorinnen und Mentoren für ihren Einsatz und wünschte den Tandems „gutes Vorwärtskommen“.

Maria Goblirsch

Schlagworte:

Mentoring

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