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Europäische Kommission in Brüssel – in mancher Redaktion fehlt es am grundlegenden Wissen über die EU
Foto: Stefan Gregor

BJV-Landesvorstand

Keine Angst vor komplexen Europathemen!

BJV-Delegation sammelt in Brüssel praktische Tipps zur EU-Berichterstattung

Brüssel, München, 23.11.2018

Datenschutz und Migrationspolitik, Brexit und der Streit um den EU-Haushalt, Verteidigungs- und Erweiterungspolitik: Eine zweieinhalbtägige Informationsreise nach Brüssel ermöglichte einer Delegation des BJV intensive Einblicke in die Arbeit der Europäischen Kommission.

320.000 Journalisten, 44 Länder
Neben Gesprächen mit Experten verschiedener Kabinette besuchten die Journalisten die 1903 zunächst als mikrobiologische Forschungseinrichtung des Institut Pasteur erbaute Bayerische Vertretung wie auch Kollegen der European Federation of Journalists (EJF).

Europas größte Journalistenorganisation vertritt mehr als 320.000 Journalisten in 71 Organisationen und 44 Ländern, wie EJF-Generalsekretär Ricardo Gutiérrez den Kollegen erläuterte.

Kampagnen gegen Hassrede
Zu ihren Hauptaufgaben zählt die EJF die Verteidigung der Pressefreiheit wie auch das Engagement für faire Arbeitsbedingungen für Journalisten.

Dies geschieht unter anderem über Lobbyarbeit (zum Beispiel Einsatz für nachhaltigen Whistleblower-Schutz) oder über Projektarbeit wie die europaweiten Kampagnen gegen Hassrede „Media against Hate“ und „Silence Hate“. Ebenfalls einen Klick wert: das Portal Mapping Media Freedom, das Angriffe auf die Pressefreiheit dokumentiert.

Komplexe Struktur, fehlendes Wissen
Am Rande kam in Brüssel auch zur Sprache: Nicht selten krankt die Berichterstattung über Europathemen. Die Struktur der EU, ihre Arbeits- und Funktionsweise ist komplex und nicht nur für den Laien schwer begreiflich – auch in mancher Redaktion fehlt es nicht selten am grundlegenden Wissen.

Und so werden Meldungen zum Beispiel von Regionalredaktionen gern aus der Boulevardpresse übernommen und heruntergebrochen, ohne diese noch einmal zu überprüfen und im Detail zu schauen: Was genau verbirgt sich dahinter?

Saubere Recherche wichtig
Doch gerade der Blick auf die Entscheidungsprozesse der EU ist wichtig, denn was dann als neuester „EU-Wahnsinn“ präsentiert wird und für Unruhe sorgt, ist unter Umständen nur einer von mehreren Vorschlägen, den die EU-Kommission aktuell zu einem Thema erarbeitet.

Deshalb: Besser einmal mehr den Telefonhörer in die Hand genommen und recherchiert. Helfen kann dabei die folgende Liste mit Informationsportalen und Pressekontakten.

Michaela Schneider

EU-Berichterstattung – Recherchemöglichkeiten für Journalisten

Europäische Kommission:
Über die Arbeit der Europäischen Kommission kann man sich zunächst auf deren Website informieren. Hier finden sich auch die Pressekontakte der drei Vertretungen in Deutschland in Berlin (allgemeine Themen), Bonn (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland) und München (Bayern und Baden-Württemberg): www.eu-kommission.de.

Auch können sich Journalisten für den Newsletter der Europäischen Kommission mit Terminvorschau anmelden.

Ebenfalls eine wichtige Adresse: der Pressedienst in Brüssel.

Ein sehr hilfreiches Angebot für Journalisten ist der elektronische Dienst Europe by Satellite. Hier wird täglich die Mittags-Pressekonferenz der Europäischen Kommission in mehreren Sprachen gestreamt und steht meist noch länger als Download bereit. Zudem wird unter anderem kostenfreies Bildmaterial für Journalisten angeboten.

Bei Fragen, die den Europäische Rat betreffen, können sich Journalisten auch an die ständige Vertretung Deutschlands in Brüssel wenden. Aktuelle Zuständigkeiten: Sebastian Fischer: Außen- und Finanzpolitik; Alexander Plappert: Landwirtschaft, Regionalpolitik, Energie und alles andere. Neben deren Kontaktdaten findet sich auf der Website zudem eine Liste deutschsprachiger Journalisten in Brüssel.

Europäisches Parlament:

Grundlegende Informationen inklusive Livestream zu den Ausschusssitzungen finden sich auf der Website des Europäischen Parlaments.

Es ist durch ein Informationsbüro in Berlin vertreten. Aktueller Pressekontakt: Judit Hercegfalvi Telefon (+49) 30 22801080; Mobil: (+49) 151 17257196 und E-Mail: presse-berlin@europarl.europa.eu.

Zudem in der Regel gute Ansprechpartner: Die Sprecher der deutschen Gruppen im Europäischen Parlament und die Abgeordneten aus der Region.

Europäischer Gerichtshof:
Grundlegende Informationen auf der Website. Aktueller Pressekontakt: Hartmut Ost, Telefon (+352) 4303 3255.

Europäische Zentralbank:
Grundlegende Informationen auf der Website; aktueller Pressekontakt Uta Harnischfeger Telefon 069 13446321, E-Mail: media@ecb.europa.eu.

Weitere interessante Websites:

Wer sich mit dem Thema EU-Recht, beschäftigt, findet hier jede Menge grundlegende Informationen zu Verordnungen, Richtlinien, Beschlüssen, Empfehlungen und Stellungnahmen.

Das Rechtsinformationssystem EUR-Lex bietet einen unmittelbaren und kostenlosen Zugang zu den Rechtsvorschriften der Europäischen Union und anderen als öffentlich eingestuften Dokumenten.

Um den EU-Haushalt geht es auf der entsprechenden Unterseite der Europäischen Kommission. Hier kann der Haushalt in Zahlen abgerufen werden, zudem finden sich viele grundlegende Informationen zum Budget.

Nach laufenden und abgeschlossenen Vertragsverletzungsverfahren kann hier gesucht werden.

Gerade auch aus Regionalredaktionssicht interessant: ein Blick auf EU-Förderungen. Generelle Informationen auf Deutsch zu den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds finden sich auf der Website der Europäischen Kommission. Welche Projekte speziell in Bayern gefördert werden kann auf mehreren Internetseiten abgerufen werden: ESF, EFRE und ELER.

Schlagworte:

Europa

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