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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Zweitwohnsitz Weltall: Besuch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

26.11.2025
Bericht von
Christine Elbel

Die BJV-Fachgruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vor dem Columbus-Modul auf der Raumstation ISS. Dieses Modul wird vom DLR Oberpfaffenhofen aus gesteuert.

Faszination Mond: Die Exkursion nach Oberpfaffenhofen war raketenschnell ausgebucht. Was dort über Raumfahrt aus Bayern und die Kommunikation des DLR zu erfahren war.

Der Mond hat die Menschheit seit jeher verzaubert, stiftete Mythen und brachte uns dazu, über den Kosmos nachzudenken. 25 Mitglieder der Fachgruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und des Bezirksverbandes München-Oberbayern hatten nun das Privileg, an einer exklusiven Führung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen teilnehmen zu können. Was man als Außenstehender von dem kleinen Ort in der Region Starnberg vielleicht nicht erwartet: Hier liegt das „bayerische Houston“, das Raumfahrtkontrollzentrum für die Weltraumstation ISS und künftige Kontrollzentrum für astronautische Missionen zum Mond in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Zu verdanken ist der Besuch dem Vorsitzenden der Fachgruppe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Volker Figura, der diese außergewöhnliche Exkursion organisiert hatte. Aus aktuellem Anlass: Derzeit rücken neue Mondvorhaben verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Es sind längst nicht mehr nur staatliche Akteure, die in der Weltraumforschung aktiv sind. Nach Angaben des Unternehmensverbands Luft- und Raumfahrt bavAIRia, der keine zwei Kilometer vom DLR-Standort Oberpfaffenhofen entfernt residiert, sollen in Bayern rund 500 Unternehmen für die Luft- und Raumfahrtindustrie tätig sein. Sie sollen rund 42.000 Menschen beschäftigen und jährlich etwa 13 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.

Von Mond-Missionen und Mond-Visionen

Zum einen geht es bei aktuellen Raumfahrtprojekten um Rohstoffe, die wirtschaftlich nutzbar sein könnten. Zum anderen geht es um Forschungsdrang. So könnte es etwa gefrorenes Eis auf dem Mond geben, das in tiefen, permanent dunklen Kratern in den Mondpolregionen erhalten bleibt. Für die Wissenschaft ist Mondwasser hochinteressant, weil es einen Teil der Erdgeschichte widerspiegelt: In chemischer Hinsicht sind sich Mond und Erde ähnlich. Auch ist Wasser zur Versorgung von Astronauten oder zur Umwandlung in Sauerstoff und Raketentreibstoff für Missionen zum Mars unabdingbar, bei denen der Mond als „Zwischenhalt“ dienen könnte, erfahren die Besucherinnen und Besucher des BJV. Astronomisch interessant ist der Bau von Teleskopen auf der mondabgewandten Seite, wo es keine Funkstörungen gibt. Damit ließe sich viel tiefer als bislang ins Universum blicken und neue Erkenntnisse zur Entstehung ziehen.

Der internationale Wettbewerb läuft: China plant eine Mondstation ab dem Jahr 2035, die USA hat ein eigenes, aktuelles Mondprogramm der NASA namens „Artemis“ – benannt nach der griechischen Göttin des Mondes – gemeinsam mit internationalen Partnern, darunter auch die ESA. Ziel ist es, Menschen wieder auf den Mond zu bringen, dort eine nachhaltige Präsenz zu entwickeln und Möglichkeiten für bemannte Missionen zum Mars zu schaffen. Auch die ESA bedient sich bei der griechischen Mythologie: Ihre Mondlandefähre „Argonaut“ soll Europa einen eigenen Zugang zur Mondoberfläche zu ermöglichen und Ausrüstung zum Mond bringen. Start für die erste eigenständige Mondmission soll schon 2030 sein.

Bayerns Beitrag zur Bodenstation

Das DLR ist als Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt und im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. In Oberpfaffenhofen bündelt es die europäischen Fähigkeiten für Raumfahrtbetrieb, Navigation, Kommunikation und Technikentwicklung aus einer Hand. „Unser Campus ist mit über 2000 Mitarbeitenden der mitarbeiterstärkste Standort, weist eine gesunde Altersstruktur auf und ist mit rund 50 unterschiedlichen Nationalitäten bunt aufgestellt“, sagt Bernd Buchwald, stellvertretender Standortleiter vor Ort: „Hier findet sich die gesamte Wertschöpfungskette von Ausbildung, Forschung, Entwicklung und Produktion“.

Ein weiteres Highlight befindet sich am DLR-Standort Köln und nennt sich „LUNA-Halle“.
„Mit dem LUNA Trainingsfacility haben wir mit der ESA eine wegweisende Anlage zur Vorbereitung künftiger astronautischer und robotischer Mondmissionen erschaffen, also eine möglichst realistische Nachbildung von Mondbedingungen auf der Erde für das Training von Astronauten und Astronautinnen. Der Boden der Halle von rund 700 Quadratmetern ist mit einem Regolith-Simulat ausgelegt, also mit Gestein, wie es auf Mond und Mars vorkommt, und mit Geländeformen wie Hügel, Krater, Rampen nachgebaut - nur ohne Schwerkraft“, erklärt der LUNA-Projektleiter Dr. Thomas Uhlig beim Besuch des BJV. Ab 2026 soll mit „EDEN-LUNA“ ein Gewächshaus an das Mondzentrum gebaut werden, um zu testen, wie man Menschen im Weltall mit frischen Lebensmitteln versorgen kann.

Vielseitige Kommunikationsarbeit des DLR

Bernadette Jung, die für die DLR-Kommunikation schwerpunktmäßig für die für die Themen Luft- und Raumfahrt zuständig ist, erläuterte den BJV-Kolleginnen und -Kollegen die Kommunikationspolitik der DLR. Sie arbeitet seit 15 Jahren für das DLR: „Unsere Arbeit hier ist immens abwechslungsreich und darüber hinaus immer am Puls der Zeit“. Von insgesamt rund 50 Mitarbeitenden in der Gesamtkommunikation entfallen vier auf den Standort Oberpfaffenhofen, in der DLR-Pressestelle arbeiten standortübergreifend sieben Redakteure. Zu den Aufgaben der dortigen Standortkommunikation zählt auch, Besuchergruppen zu betreuen.

Alle zwei Wochen treffen sich „Thementeams“ aus den verschiedenen Bereichen des Hauses, um sich übergreifend abzustimmen. Einmal pro Jahr setzt sich der gesamte Kommunikationskreis zusammen. Pressemeldungen werden nach dem 4-Augen-Prinzip verfasst, da diese natürlich viel Fachjargon aus Wissenschaft und Technik mit enthalten, der verständlich aufgearbeitet werden muss. Externe Agenturen werden so gut wie nicht benötigt: „Wir machen das Gros inhouse“, sagt Jung, worunter auch die Social-Media-Kanäle zählen. Alle großen Plattformen, mit Ausnahme von TikTok, bespielen Teams des DLR.

Gut würden Facebook und Instagram laufen, da zeigten sich derzeit die dichtesten Gruppen. Beliebt sei auch der Podcast „DLR FORSCHtellungsgespräch“. Die Mitarbeiter-Zeitschrift „Echtzeit“ wird von der internen Kommunikation betreut. Jung sagt, sie arbeite gerne im DLR, weil es immer spannende Themen sind. Die Menschen würden hier aus Überzeugung arbeiten, weniger wegen des Geldes. Zudem gebe es wenig Fluktuation, sodass die Teams stabil arbeiten können, fasst sie zusammen.

Damit Technik-Begeisterung früh geübt werden kann, gibt es auf den DLR-Geländen die sogenannten „School Labs“. Hier erleben Schulklassen hautnah Technik in eigenen Experimenten: Von Entwicklungsarbeiten zum Flugzeug der Zukunft bis zur Erprobung von Raketentriebwerken. Erklärt in smarten Youtube-Videos - ebenfalls ein Produkt der DLR-Kommunikation. Auch über die Video-Plattform Vimeo bietet das DLR mit seinen Videos und Animationen Einblicke in seine immer wieder faszinierende wissenschaftliche Arbeit.

Bayern
Landesverband Bayern Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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