Pressefoto Unterfranken
Mehr als nur schöne Bilder
Bericht von
Maria Goblirsch
Freude nach der Preisverleihung Pressefoto Unterfranken: (hinten v. l.:) Bezirkstags- Vizepräsident Thomas Schiebel, Gesamtsieger Josef Lamber, Patty Varasano und Karl-Josef Hildenbrand. (vorne v. l.: )Thomas Obermeier und Ralph Bauer, Vorsitzender des BJV-Bezirksverbandes Mainfranken. Preisträgerin Pia Bayer konnte an der Verleihung nicht teilnehmen.
Die Aufnahme mit dem Titel „Tracht hält dicht“ des Schweinfurter Bildjournalisten Josef Lamber ist das Pressefoto Unterfranken des Jahres 2025.
Das Foto entstand im Sommer beim Rakoczy-Fest in Bad Kissingen und zeigt eine Trachtengruppe, die im strömenden Regen an dem großen Festumzug teilnimmt. Der unter anderem für die Würzburger Main-Post tätige freie Fotograf wurde am 17. Dezember ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld von 1000 Euro. Lamber war bereits 2023 Gesamtsieger des Wettbewerbs.
Neben dem „Foto des Jahres“ prämierte die Jury in der Bezirksverwaltung Unterfranken in Würzburg die besten Bilder in sieben weiteren Kategorien: Beste Serie: „Windrad-Repowering“ von Pia Bayer, Kategorie Unterfranken – Land und Leute: „Frostige Beute“ von Patty Varasano, Umwelt & Energie: „Sommerregen und Getreide“ von Thomas Obermeier, Kategorie Sport: „Kampfgeist“ von Patty Varasano) Kultur: „Clavigo“ von Thomas Obermeier, Universität & Wissenschaft: „Zum Läuse-Melken“ von Pia Bayer sowie den Preis der Stadt Würzburg: „Roomservice“ von Karl-Josef Hildenbrand.
Pressefoto Unterfranken existiert seit mehr als 30 Jahren und war die Basis des einige Jahre später startenden Wettbewerbs auf bayerischer Ebene. Bei der Feierstunde betonte Thomas Schiebel, Vizepräsident des Bezirks Unterfranken, ein gutes Pressefoto sei glaubhaft und authentisch, es zeige aber immer auch den subjektiven Blick des Journalisten durch das Objektiv einer Kamera. In Zeiten, die sich durch künstliche Intelligenz immer schwieriger gestalteten, bedeute das ein großes Maß an Verantwortung. Er appellierte vor diesem Hintergrund an das journalistische Berufsethos.
Der Vorsitzende des BJV-Bezirksverbandes Mainfranken, Ralph Bauer, konnte in seiner Rede den neuen technischen Möglichkeiten auch etwas Positives abgewinnen. „Je künstlicher und perfekter KI-generierte Bilder werden, desto wertvoller wird das Echte“, betonte er. Diese KI-Bilder kämen wie aus dem Nichts. Perfektes Licht, perfekte Komposition und manchmal würden „eben auch perfekt falsche Realitäten abgebildet“. Im Gegensatz dazu seien die nun ausgezeichneten Pressefotos „mehr als nur schöne Bilder“. Sie zeigten den „Blick eines echten Menschen auf die wirkliche Welt und nicht den Mittelwert von Millionen von Datensätzen“
Die Siegerfotos des unterfränkischen Wettbewerbs sind ab dem 22. Januar 2026 zusammen mit den rund 80 besten Bildern aus Pressefoto Bayern für vier Wochen im Nürnberger Stadtmuseum im Fembo-Haus zu sehen. Weitere Ausstellungstermine und Infos zum Wettbewerb und den Siegerfotos unter bjv.de/pressefoto.